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Winstub - Au Tire Bouchon - Riquewihr

29 Rue du General de Gaulle, Altstadtgassen, 68340 Riquewihr

08.02.2011 (mis à jour le 12.11.2012)

Update 12.11.2012

So ein Herbsturlaub hat doch auch sein Gutes, nun haben wir das Au Tire Bouchon auch mal von innen gesehen. Die Winstub “Zum Korkenzieher” wird von der Winzer-Familie Zimmer betrieben, die gleich nebenan auch ihren Weinkeller betreibt, mit Degustation und Weinverkauf.

Gleich am ersten Abend in Riquewihr versuchen wir unser Glück. Wir haben nicht reserviert, was uns einen konsternierten Blick der Bedienung beschert. Dann werden wir aber an einen Tisch in dem “salle des trophés” geführt. Erst sind wir ein wenig enttäuscht, weil wir nicht in der vorderen “Winstub” sitzen dürfen, aber beim genaueren hinsehen finden wir den Trophäensaal eigentlich auch ganz nett. Wenn man sich nicht an den toten Tieren stört, die überall an den Wänden hängen.

Der Blick in die Karte stimmt uns positiv, sie beinhaltet dieselben Leckereien, die wir schon von unserem letzten Besuchen kennen: Traditionelle Elsässer Gerichte, wie die berühmten Sauerkrautplatten, aber auch raffiniertere Gerichte.

Wir werden mit einem Lachsschäumchen aus der Küche begrüßt und der Gewürztraminer ist ein leckerer Tropfen. Das fängt schonmal gut an.

Als einziger unserer Vierer-Runde wählt mein Mann eine Vorspeise (wir anderen 3 sparen uns den Appetit fürs Dessert auf):
Carpaccio de Saint-Jaques, die recht schnell serviert wird.
Danach kommt es zu einer längeren Wartezeit, bedingt durch die Familienfeier, die neben uns im Winzersaal gerade zu Hochform aufläuft (Reden werden geschwungen und irgendjemand bejubelt).
Soviel zu der Bemerkung einer der Bewerter vor mir, beim Tire Bouchon würde es sich um ein reines Touri-Lokal handeln.

Wir haben genug Zeit zu beobachten, das dies ganz und garnicht zutrifft. Nun gut, wir sitzen hier und wir sind Touris, aber um uns herum werden viele Gäste begrüßt, die unschwer als “Einheimische” zu erkennen sind.

Nach rund 1 St. nach Bestellung werden die Hauptgänge serviert, die Bedienung entschuldigt sich für die Wartezeit, aber wir nehmen es gelassen. Die Wartezeit hat sich gelohnt.


2 von uns wählten den Klassiker schlechthin:
Kartoffelgratin mit Eisbeinfleisch, mit Munsterkäse überbacken
Diese Portion ist im übrigen für Einen!


Die anderen beiden entschieden sich für:
“Knusprige” Lammhaxe im Blätterteig mit Thymian und Rosmarinsauce auf Weiße Bohnen.

Mein Mann und ich tauschten einmal durch, so dass ich sagen kann, das beides vorzüglich schmeckte.

Das Dessert rundete das Mahl perfekt ab:
Ich wählte das Kokosküchlein mit Passionsfrüchten und Pina-Colada-Eis, mmmhhh…lecker.

Unsere Freunde den “Cafe spezial”: Espresso mit Viererlei Dessertvariationen. Auch hier durfte ich bei meiner Freundin wieder naschen und muss mich wiederholen: alles mundete hervorragend.

Als wir gerade unser Dessert vernascht hatten, machte der Chefkoch seine Runde und fragte die Gäste nach ihrer Zufriedenheit. Von uns bekam er nur ein strahlendes Lächeln zu sehen.

Die Preise sind gehoben, aber nicht abgehoben.
Zu Viert, inkl. 2 Gängen, Wein und Wasser hatten wir 150,-€ auf der Rechnung.

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Wie das Au Tire Bouchon von innen aussieht weiss ich garnicht, wir haben wegen des schönen Wetters immer im lauschigen Hof gesessen.

Nun waren wir schon fast eine Woche im Elsass und hatten uns bis jetzt noch nicht an die" berühmteste" Spezialität gewagt: das Choucroute.

Irgendwann sollte es aber doch passieren und hier, im Au Tire Bouchon, war es dann soweit. Mein Mann wehrte sich standhaft (O-Ton: och nö, bei der Wärme Sauerkraut, ich nehm lieber was anderes), also “opferte” ich mich. Um mir Mut zu machen, gab es erstmal einen doppelten Martini und ich ließ dafür die Vorspeise gleich ganz weg. Mein Mann hielt sich an in Teig gebackenen Schnecken mit Salat.

Als dann meine Sauerkrautplatte kam, war es in der Tat eine ordentliche Portion. Wenn schon denn schon, hatte ich mir gedacht und gleich Choucrote Royal bestellt, mit 7 Wurst und Fleischsorten. Kassler, Speck, und diverse Wurstsorten, schmeckte gut, aber das Sauerkraut war mir persönlich nicht weich genug.

Mein Mann hatte sich als Hauptgang Gratin mit Eisbeinfleisch und Munster bestellt. War auch eine reichliche Portion, aber das Eisbeinfleisch war eine erfreuliche Überraschung, weil es ganz mager war. Den Gratin fand ich viel interessanter als meine Sauerkrautplatte und so haben wir halbe-halbe gemacht und mein Mann ist dann doch noch zum Sauerkrautessen gekommen.

Nun war das Essen zwar gut und reichlich, aber ein Dessert geht immer noch und das war auch gut so, denn es war der Höhepunkt des Mahls:
La Fraise a Gogo, 4 Variationen der Erdbeere.

Dazu hatten wir einen Liter Wasser, jeder 1/4 Gewürztraminer und insgesamt 75,-€ auf der Rechnung, fand ich angemessen.
Glücklich und zufrieden “rollten” wir in unser Studio in der Stadtmauer und waren wirklich froh, das unsere Unterkunft nur 3 Gehminuten entfernt lag.

Médaille Very Important Qyper pour Bastl

Bastl ein bischen üppig…

Médaille Very Important Qyper pour Sommerferien

Sommerferien Super leckerer Beitrag!

Ferienwohnungen zum Winzer / Les gîtes du Vigneron - Riquewihr

Rue du General de Gaulle, Im Zentrum Riquewhirs, 68340 Riquewihr

11.11.2012

Der Urlaub im Wallis ist vorbei, aber auf dem Rückweg legen wir noch einen Zwischenstopp ein.
Einmal wollen die Weinvorräte zu Hause aufgefüllt werden. Zum anderen möchten wir unsere Bekanntschaft mit einem der "schönsten Dörfer Frankreichs" erneuern. 

Wie passend, dass Riquewihr auf dem Weg vom Wallis nach Hamburg, geradezu am Wegesrand liegt.

Ich bin vor ein paar Jahren im Netz über die Ferienwohnungen von Martine und Jean-Paul Krebs in Riquewihr gestolpert. Damals war ich auf der Suche nach einer gemütlichen, bezahlbaren Unterkunft im Elsass, möglichst in einem der malerischen Weindörfer und gefunden hatte ich....nichts.

Das was ich fand war entweder ansprechend, aber am Arsch der Welt (wir wollten aber Abends gerne „autofrei“ Essen gehen können), oder jenseits meiner Preisvorstellung, die bei max. 100,-€ pro Nacht lag.

Für diese Budget fand ich absoluts nichts, was halbwegs meinen Vorstellungen entsprach. Ich hatte das Gefühl, dass im touristisch attraktivem Elsass jede freie Besenkammer als „Pensionszimmer“ vermietet und jede Hundehütte als „komfortables Ferienhaus" angepriesen wird.

So kam es zu meiner ersten Begegnung mit Qype, ich fand bei meiner Recherche einen positiven Beitrag zu einem Studio in Riquewihr. Ich nahm Kontakt zu dem privaten Anbieter (Jean-Paul) auf und von Anfang an hatte ich ein gutes Gefühl. Das 1 Zimmer Studio sollte 99,-€ kosten und da wir 1 Woche bleiben wollten, bekamen wir es für 89,-€. Wir fühlten uns rundum wohl in dem Studio, so stand für uns fest, dass es bei dem Zwischenstop unbedingt wieder eine Ferienwohnung von Martine und Jean-Paul sein sollte.

Die beiden haben ihr Angebot inzwischen auf 15 Ferienwohnungen in Riquewihr erweitert. Von dem 1-Zimmer Studio für max. 2 Personen, bis zur Ferienwohnung für max. 8 Personen, sind alle Wohnungsgrößen dabei.

Die Wohnungen befinden sich in 3 Gebäuden, eines davon ist das Winzerhaus aus dem 16. Jahrhundert, direkt im Zentrum Riquewihrs. Über dem historischen Weinkeller wurden 5 Wohnungen unterschiedlicher Größen eingerichtet.


Wir mieteten die „romantische Ferienwohnung Riesling“, im 2. Stock.

Am Keramikladen vorbei, geht es ins Treppenhaus.......

.....jede Stufe knarrt, anschleichen unmöglich.

Zu Viert zahlen wir 149,-€ pro Nacht. Für Endreinigung, Handtücher und Bettwäsche kommen noch einmal pauschal 75,-€ für den gesamten Aufenthalt hinzu.


Die 80 m² Wohnung ist mit 2 Schlafzimmer mit Doppelbett (bequem, 1,80m breit) ausgestattet.


Weiterhin mit einem Wohnzimmer mit Sofaecke, Kabelfernsehen, DVD & CD Player, einem gemütlichen Eßbereich und einer voll ausgestatteten Küche: Herd, Backofen, Mikrowelle, Geschirrspüler, Waschmaschine, Wasserkocher, Kaffeemaschine.


Die Küche ist wirklich komplett ausgestattet, wer will kann hier komplette 5 Gänge-Menüs kochen. Töpfe, Pfannen, Schüsseln usw., nebst ausreichend Geschirr sind vorhanden. Nun ist es nicht gerade so, dass in Riquewihr ein Mangel an guten Restaurants herrscht, so dass wir es vorzogen, an den 4 Abenden essen zu gehen.

Bei längeren Aufenthalten ist es schon sehr angenehm, sich auch einmal selbst verköstigen zu können.


Die Wohnung ist liebevoll und authentisch eingerichtet, teilweise mit antiken Möbeln. Die Mischung aus modernem Komfort und dem Ambiente des alten Fachwerks hat was.

Martine und Jean-Paul beschreiben ihre Ferienwohnungen im Internet so:
"Es gibt Jene, die vor allem einen Platz zum Schlafen suchen und denen die Umgebung und die Dekoration egal sind. Und dann gibt es Solche, die jeden Moment ihres Aufenthaltes im Elsass genießen wollen. Unsere Ferienwohnungen bei Colmar sind für solche Gäste. Als wir das Glück und das Privileg hatten, solch alte Gemäuer in Riquewihr, einem der schönsten mittelalterlichen Orte in Europa, erwerben zu dürfen, konnten wir hier nicht einfach nur Unterkünfte herrichten. Unser Ziel war es, den Besuchern nach einem mit Besichtigungen und Entdeckungen ausgefüllten Tag einen Ort anzubieten, in der sie sich für die Dauer ihres Aufenthaltes wie zu Hause fühlen."

Wir können dem nur beipflichten. Wohlfühlen kann man sich hier, man hat das Gefühl, in der Wohnung von Elsässer Freunden unterzukommen. Es ist nicht alles perfekt, die ein oder andere Tasse war angeschlagen, oder auch mal eine Glühbirne kaputt, aber das tut dem Wohlfühlfaktor keinen Abbruch.

Das Haus ist 500 Jahre alt und hellhörig, die Treppenstufen knarren wie verrückt, die Wände sind nachträglich eingezogen und hauchdünn.

Das alles störte uns nicht wirklich, aber eines stört uns sehr:

Beim nachträglichen Wändeeinziehen hat man Bad und WC getrennt, leider ist das WC so eng, dass kein Platz für ein Waschbecken vorgesehen ist. Zum Händewaschen muss man also ins Bad.

Das ist für mich ein echter Mangel und führt zum Abzug von einem Stern.


Uns hat der Aufenthalt in Riquewihr wieder sehr gefallen. Das mittelalterliche Dorf, welches tagsüber zwischen ca. 11-17 Uhr von Touristenscharen überrannt wird, zeigt seinen Charme erst, wenn die Touris wieder verschwunden sind. Z.B. wenn man morgens aus dem Fenster die Nachbarn vorm "Marche" beim Ratschen sieht, oder beim abendlichen Spaziergang durch menschenleere, malerische Gassen.


Die Buchung erfolgt problemlos übers Internet, in Empfang werden wir von Valerie, der Concierge genommen. Sie zeigt uns die Wohnung und ist Ansprechpartnerin bei Problemen. So riefen wir sie an, als unser Abfluß im Bad nicht ablief und siehe da, selbst ist die Frau. Valerie versteht auch etwas von Abflüssen.

Für 5,-€ täglich kann man einen Stellplatz auf einem abgeschlossenen Parkplatz mieten. Das ist sehr praktisch, Parkplätze sind hier Mangelware. Unpraktisch ist, dass der Parkplatz sich mitten  in Riquewihr befindet. Die einzige Zufahrt ist über die (von Touris überfüllten) Hauptstraße möglich.

Das führt jedesmal zu interessanten Szenen. Riquewihr ist autofrei, nur Anwohner dürfen die Straßen befahren. Nun haben wir natürlich ein deutsches Nummernschild und einige "freundliche" Mitmenschen genügt dieser Umstand als Hinweis, dass wie keine Anwohner sind.
Die meisten gucken nur dämlich, während mein Mann vorsichtig durch die Menschenmassen kurvt. Andere stellen sich uns doch tatsächlich in den Weg, wollen mit uns diskutieren oder beschimpfen uns gar. Das waren übrigens definitiv keine Anwohner, denn ich konnte die Sprache gut verstehen, wenn ihr versteht was ich meine.

Also, liebe Touris: nicht jeder Autofahrer mit deutschem Nummernschild beginnt eine Straftat, wenn er sich durch Riquewihr quält. Einige wollen auch einfach nur zu ihrem angemieteten Parkplatz.

Fazit: Das war nicht unser letzter Aufenthalt in Riquewihr. Beim nächsten mal würden wir aber wieder eine Wohnung in der Stadtmauer bevorzugen, die liegen doch ein wenig ruhiger.

Médaille Very Important Qyper pour marionhass

marionhass Urig, gemütlich, werde ich mir merken.

Saarfranzos Was für ein Beitrag!!!

Wanderung entlang der Grand Bisse de Vex - Veysonnaz

Wanderweg entlang der Bisse (Soune) von Vex nach Nendaz, 1993 Veysonnaz

09.11.2012

Die Farben des Herbstes.

Heute, am 5.Oktober, müssen wir uns der Wahrheit stellen:
Es nützt nichts, unser letzter Tag im Wallis bricht an.

Und da das Beste ja immer zum Schluss kommt, habe ich uns für heute eine der schönsten Wanderung aufbewahrt.

Über die Bisses (Sounen), diese für das Wallis so typische Wasserkanäle, hab ich euch ja schon erzählt.
Einer dieser Wanderwege entlang der Bisses ist der:
Grand Bisse de Vex.





Er ist 12km lang, verläuft von Vex nach Nendaz und kommt nach rund einem Drittel der Strecke in Veysonnaz vorbei. Wir brauchen also nur von unserem Häuschen die steilen Serpentinen herunterklettern und stehen schon mitten drauf.



Links geht es nach Veysonnaz, rechts nach Nendaz.
Rechts hat man die schönere Aussicht und die wollen wir doch heute nochmal genießen.







Inzwischen hat auch endgültig der Herbst im Wallis Einzug gehalten, er war spät dran dieses Jahr. Am Anfang unseres Urlaubs waren die Bäume kaum verfärbt, jetzt zeigen sie uns die volle Farbpalette.







Der Weg verläuft fast eben, immer an der Bisse entlang, die fröhlich vor sich hinplätschert.


Die Leitung ändert sich fortlaufend:
 mal ist es ein einfacher Erdgraben, dann wird das Wasser durch einen Holzkanal entlang der Felsen geführt, durch kleine Tunnel, oder über Brücken.




Sie begleitet uns auf den gesamten Weg, der recht schmal ist, 2 Wanderer kommen gerade aneinander vorbei.


Ganz bis nach Nendaz laufen wir heute nicht, nach rund 4 km machen wir uns auf den Rückweg, für diese 4 km haben wir 1,5 St. gebraucht. Schuld bin ich, alle paar Meter "muss" ich schon wieder ein Foto machen, ein Motiv ist schöner als das andere.












Das war nicht unser erster Urlaub im Wallis und wird auch nicht unser letzter sein. Ich kann mir kaum einen schöneren Platz für einen Herbsturlaub vorstellen.



PS: wen es interessiert, ich habe alle diesjährig besuchten Plätze hier zusammengestellt.

Bakchos Schöner Spaziergang mit guten Bildern – man ist dabei . DANKE

FalkdS Auch wenn der Sommer die hübschesten Frau/ Mädchen hervorbringt,
der Herbst ist der mit den SCHÖNSTEN FARBEN in der Natur… :)

Les Bisses du Valais - Sion

Die Bisses (Suonen) findet man im gesamten Kanton Wallis , 1950 Sion

07.11.2012 (mis à jour le 09.11.2012)

Viele Leser werden sich vielleicht über den blauen Himmel auf fast all meinen Fotos aus dem Wallis wundern und über meine beständigen Wiederholungen über das sonnige Wetter.
Das schöne Wetter während unseres Wallis-Urlaubs war aber  kein Glücksfall, sondern gehört zum Programm.

Ein Versuch das Klima im Wallis zu erläutern, liefert www.suone.ch:
Das Wallis ist ein grosses Tal, das die Alpen in Nord- und Südalpen trennt. Das Tal wird vom Rotten (der Rhone) durchflossen. Von den hohen Bergen, die das Wallis umgeben, werden die heranziehenden Wolken aufgestaut. Dabei werden sie in die Höhe getrieben, wo das Wasser der Wolken kondensiert und herabregnet. So kommen kaum Wolken von aussen her ins Wallis, weil sie sich schon im Voraus entleeren.

Die Wolken, die durch Verdunstung im Tal selbst entstehen, ziehen in Richtung der Berge und entleeren sich wiederum in hohen, unbewohnten Lagen. Dies führt dazu, dass sich im Wallis die niederschlagsärmsten Orte der Schweiz befinden.

So gehört das Innerwallis mit seinem Steppenklima zu den trockensten Tälern Europas.

Das ist für den Urlauber natürlich sehr schön, für die Landwirtschaft aber sehr viel weniger. Schon vor über 1000 Jahren haben die Bauern nach einer Lösung für dieses Problem gesucht und bereits im zehnten bis elften Jahrhundert ein Wasserleitungssystem entwickelt.




Bisses (Suonen) heißen die künstlich angelegten Wasserkanäle, der älteste soll aus dem Jahre 930 stammen. Das gesamte Wallis wird von diesen Bisses durchzogen, bisher hat man über 500 davon katalogisiert.



Die Konstruktion der Suonen war nicht einfach, die Baumeister hatten vieles zu beachten, vor allem genau das richtige Gefälle.



Da die Suonen als Wasserversorgung für die Kulturen und Dörfer sehr wichtig waren und deren Bau und Unterhalt sehr gefährlich war, hatten die daran Arbeitenden eine wichtige Funktion und entsprechendes Ansehen in der Dorfgemeinschaft. Die Suonen überwinden teilweise grössere Hindernisse wie Felswände oder Geröllhalden, wofür über die Jahrhunderte spezielle Techniken entwickelt wurden. In den Felswänden verlaufen die Suonen in Holzkanälen, heute wird auch Metall oder Beton verwendet.

Jedem Nutzer steht eine genau Menge Wasser zu, die er abzweigen darf, um Felder, Wiesen oder Obstplantage zu bewässern, oder auch das Vieh zu tränken.


Die kleinen Wassermühlen, denen man in größeren Abständen am Wegesrand begegnet, haben einen praktischen Zweck: Sie bewegen durch die Wasserkraft einen Hammer. Dessen Geräusch signalisiert dem Wasserleitungsaufseher schon von weitem, das der Wasserfluss nicht gestört ist. Fehlt das Geräusch, stimmt etwas nicht.

Mitte des letzten Jahrhunderts hat man begonnen, viele Suonen mit Hilfe moderner Technik unterirdisch zu verlegen. Aber schon in den 70ern begann ein Umdenken, man entdeckte die touristische Bedeutung der Bisses. Die Jahrhunderte alten Unterhaltungswege ließen sich hervorragend als Wanderwege nutzen.
Während andere Tourismusgemeinden erst ein Wanderwegenetz aufbauen mussten, hatte das Wallis bereits eines.



Rund 40 Wanderwege an den Bisses sind inzwischen touristisch erschlossen, nähere Informationen erhält man im jeweiligen Tourismusbüro, oder hier.



Der große Vorteil dieser Wege: durch das geringe Gefälle der Suonen von durchschnittlich 0,5% sind diese Wanderwege fast eben. Sie verlaufen durch Wald und Wiese, vorbei an Weinstöcken und Obstplantagen und bieten ausnahmslos wunderbare Aussichten.

Wer gerne wandert, aber nicht so steil bergauf möchte, so wie ich, für den sind die Wanderwege entlang der Bisses geradezu ideal.
Médaille Very Important Qyper pour Kiwi2008

Kiwi2008 Lach….ja, Nixe, ich erinnere mich an den grünen Graben, schau mal nach, was ich damals als Kommentar dort hinterlassen habe…….

Er erinnerte mich an die Bisses im Wallis…:-)))

jurgenehre Ha..der Naturfreund ..verrät sich…lach:=))

Café Bäckerei Imwinkelried Ag - Fiesch

Furkastrasse, 3984 Fiesch

06.11.2012

Mittagessen gab es auf auf dem Eggishorn in der Horli Hitta, aber den Nachtisch, den holen wir uns im Tal, in Fiesch.

Fiesch liegt im Rhonetal, am Fuße des Eggishorns, von hier haben wir per Seilbahn die Hochalpen erkundet. Welche Dimension in den Hochalpen herrschen, macht man sich manchmal nur mit ein paar Zahlen klar: Wir befinden uns hier zwar im Tal, aber Fiesch liegt auf 1049m. So hoch sind nicht einmal einige Gipfel im Mittelgebirge.



Fiesch ist Ausgangspunkt für viele Besucher der Aletschregion. Knapp 1000 Einwohner hat das rund 800 Jahre alte Dorf, dass fast ausschließlich vom Tourismus lebt.



Von der Tal-Station der Seilbahn Fiesch-Eggishorn erreicht man nach ein paar Minuten das "Zentrum" von Fiesch mit Hotels, Restaurants, 2 kleinen Supermärkten, Souvenirs-Shops und Cafes.



Eines davon, das Cafe Imwinkelried, ist besonders schön am Rotten gelegen. Aus diesem wilden Bächlein, soll mal der mächtige Strom Rhone werden.





Die Terrasse des Cafes hängt als Balkon über dem Rotten. Wir erwischen den letzten freien Tisch auf der Terrasse.



Die beiden Herren suchen das Kuchenbuffet auf, klagen aber über mangelnde Auswahl. Der Blaubeerkuchen war den Herren dann aber doch genehm. Trotzdem hätte man gerne mehr Auswahl gehabt. Der Kaffee wird dagegen sehr gelobt: ein "ordentlicher" Kaffee.


Uns Mädels kann das nicht reizen, wir haben uns ganz und gar auf die Eiskarte versteift. Die Bedienung hat mit uns ihre liebe Not. Wir möchten nicht einfach einen Eisbecher bestellen, nein, wir möchten auch noch die Eissorten im Eisbecher selber bestimmen.

Die Bedienung muss erstmal Stift und Block besorgen:
"Das kann ich mir nicht alles merken".
Naja, eigentlich hat man ja dafür Stift und Block dabei.
Letztendlich nimmt die Dame aber freundlich unsere Wünsche entgegen und die Eisbecher entsprechen auch unseren Vorgaben.


Ich hatte Karamell, Vanille und Mokkaeis mit Sahne und Karamellsauce. Sehr lecker! Preislich lagen die Eisbecher bei 9,-SFr (= ca. 7,50€), das liegt für die Schweiz im üblichen Rahmen.

Auch das Stacciatella und Schokoeis meiner Freundin findet Anklang.


Wir waren nicht das erste mal hier und bestimmt auch  nicht zum letzten mal.

Ganz nebenbei: Das Cafe ist auch eine Bäckerei, es werden Brot, Brötchen und Kuchen im Cafe verkauft.

Libellenflug “Ganz nebenbei: Das Cafe ist auch eine Bäckerei, es werden Brot, Brötchen und Kuchen im Cafe verkauft.” – Das hätte ich auch nicht besser schreiben können…. ;-)

Médaille Very Important Qyper pour Die2Mädels

Die2Mädels bei diesem Beitrag kommt das “Feeling” richtig rüber!!!

Horli Hitta - Fiesch

Auf dem Eggishorn, 3984 Fiesch

05.11.2012

Dieser Beitrag ist ganz und garnicht objektiv, sondern ganz im Gegenteil, vollkommen beeinflußt von der schönen Aussicht vom Eggishorn, berauscht von Höhenluft und Höhensonne.

Ich hab euch ja schon in meinem Beitrag zur Seilbahn Fiesch-Eggishorn von der Aktion Herbstsonne erzählt. Die Aktion findet jedes Jahr von Mitte September bis Mitte Oktober in der Aletschregion statt und beinhaltet neben der Seilbahnfahrt auch einen Tagesteller auf der Fiescher- ,Bettmer-, oder Riederalp.



Man kann den Gutschein aber auch in der Horli Hitta auf dem Eggishorn loswerden. Eine richtige urige Hütte, wie man sich das in den Alpen so vorstellt. Drinnen ist es klein und kuschelig, aber wer will bei dem sonnigen Wetter schon drinnen sitzen?





Wir sind heute das 3.mal hier oben und noch nie mussten wir nach drinnen ausweichen. Draußen sitzt man auf Bänken, wir haben nur +1° Lufttemperatur, aber in der Sonne, mit einer Wolldecke unter dem Allerwertesten, hält man es gut aus.



Wir ergattern eine Bank direkt vor der Hütte, mit dem Blick links auf die Walliser Alpen, rechts auf die Berner Alpen und die Sonne scheint uns mitten ins Gesicht.





Kann man sich einen schöneren Platz für das Mittagsessen vorstellen?

In der Horli Hitta ist die Auswahl für Herbstsonne-Gutschein-Inhaber nicht so groß wie auf der Alp, aber das kratzt uns überhaupt nicht.

Wir haben die Wahl zwischen Schweinsgeschnetzeltes mit Röschti, oder Kaffee und Kuchen bzw. Apfelstrudel. Die Röschti kennen wir schon von vorherigen Besuchen, da muss ich nicht lange überlegen. Und Kuchen kann man auch woanders essen.

Es sind noch ein paar weitere Schweizer Gerichte im Angebot, alle kommen rustikal daher.
In den Herbstsonne-Gutscheinen sind keine Getränke enthalten und die Getränkepreise entsprechen der Höhenlage der Hütte. Auf knapp 3000m Höhe ist eben alles ein wenig teurer.

Die Bestellung gibt man drinnen auf, das Essen wird dann an den Tisch gebracht.
Geschmacklich ist das Schweinsgeschnetzelte OK, ein bisschen trocken, aber noch OK. Das Röschti ist wiederum sehr lecker, außen knusprig, aber nicht zu fest, innen saftig und locker.
Der Beilagensalat, na, der ist halt dabei.


Fazit: Wenn ich nur das Essen beurteilen würde, wäre ich zwischen 3 bis 4 Sterne hin- und hergerissen.
Da aber die Hütte so urig ist, inkl. dem rustikal-charmanten Service und Lage und Aussicht hier einfach wundervoll sind, lasse ich meiner Begeisterung freien Lauf und gebe 5 Sterne.

Witta Suuperschöne Bilder liebe Kiwi, danke!
Da sehe ich auch mal, wie es von oben ausschaut! Ich kann da nie hoch, habe schreckliche Höhenangst! Aber schaut schon gigantisch aus, bin richtig neidisch.

Médaille Very Important Qyper pour Kiwi2008

Kiwi2008 Danke für die Zustimmung, upaheinz und Jienni.

LUT, ja genau, Höhenkoller, tolles Wort….lach

Dankeschön, peter, hätte dir bestimmt auch gefallen…:-))

Dir bestimmt auch Träumerle und du würdest den Aletsch mal von der anderen Seite sehen….lach

Wann gehts denn los Klassensprecher?

brauchst du nicht, liebe Witta, ich hab euch doch mitgenommen…..lach

Eggishorn - Fiesch

3984 Fiesch

04.11.2012

"Eggishorn - der schönste Aussichtsgipfel weit und breit",
so stehts in meinem Reiseführer.
Und ich muss sagen, so ganz unrecht hat er nicht.

3 Tourismusgemeinden gibt es in der "Aletsch Arena" (nennt sich wirklich so), alle funktionieren nach demselben Prinzip:
In der Talstation parkt man sein Auto, fährt mit der 1. Seilbahn auf die autofreie Alp (dort findet man Hotels und Restaurants), mit einer 2. Seilbahn erreicht man den Aussichtsgipfel.

Die 3 Gemeinden sind:
Mörel - Riederalp - Riederhorn
Betten - Bettmeralp - Bettmerhorn
Fiesch - Fiescheralp - Eggishorn



Wir haben all diese Gipfel schon besucht, auf unseren früheren Reisen, sie bieten allesamt schöne Aussichten, aber das Eggishorn ist unser Favorit.

Den eigentlichen Gipfel des Eggishorns erreicht man nach 15 Min. Fußweg, von der Bergstation Eggishorn aus, aber es sind nur wenige Schritte, bis zu einer Aussichtsplattform, die erste von unzähligen Möglichkeiten, die faszinierende Landschaft zu bewundern.


Das Eggishorn bietet ein 360° Panorama, das von den Berner Hochalpen, bis zu den Walliser Hochalpen reicht und wieder zurück.
Bei guter Sicht kann man das Matterhorn sehen, sie ist heute nicht ganz perfekt, aber das Matterhorn linst ab und an hervor.



Die größte Sehenswürdigkeit liegt aber direkt zu unseren Füßen:
Der Aletschgletscher.



Wenn man von hier oben auf den Aletschgletscher schaut, macht man sich kaum seine Dimensionen klar. 23km ist er insgesamt lang, der längste Gletscher des Alpenraums. Seit der letzten Eiszeit, vor 18.000 Jahren, ist er am Abschmelzen, damals reichte das Eis bis auf den Gipfel, auf dem ich stehe. Diese Vorstellung jagd mir jedesmal einen Schauer über den Rücken.

Nur vom Eggishorn kann man um die "Kurve" des Aletschgletschers schauen, da die anderen beiden Aussichtsgipfel weiter westlich liegen. So hat man auch einen fantastischen Blick auf die Jungfrauregion, in der der Aletschgletscher seinen Ursprung hat.

Jungfrau, Mönch und Eiger liegen uns quasi gegenüber:


Und wir sehen den Konkordiaplatz , so nennt sich die fast ebene Eisfläche die aus 3 Firnströmen gespeist wird. Firn ensteht oberhalb der ewigen Eisgrenze. Es ist Schnee, der immer wieder schmilz und friert bis er ganz grieselig (Firnschnee) ist, schließlich zu Firneis friert und letztendlich zu Gletschereis.

Die 3 Firnströme sind der Große Aletschfirn, der vom Aletschhorn her einmündet (links verdeckt im Bild), vom Jungfaujoch kommt der Jungfraufirn und östlich (rechts im Bild) am Mönch vorbei, fließt der 3. Firnstrom, das Ewigeisfeld.
Am Konkordiaplatz ist das Gletschereis 900m dick.



Das Gebiet des Grossen Aletschgletschers ist zusammen mit dem Aletschwald am Fuße des Gletschers und den umliegenden Regionen seit Dezember 2001 Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes.

Ich finde den Versuch, diese einzigartige Landschaft zu schützen, sehr lobenswert. Allerdings machen Umweltverschmutzung und Erderwärmung leider nicht an den Naturerbegrenzen halt. 



Überall haben sich Besucher steinerne Erinnerungstürmchen gebaut, Steine gibt es zum Glück reichlich......

Auch heute läßt sich wieder gut das lokale Wolkenphänomen beobachten. Es sieht aus, als wenn die Berge die Wolken gebären, wie kleine Rauchfähnchen. Manchmal wird so eine Wolke direkt neben uns "geboren", dann steht man für einen Augenblick im Dunkeln, obwohl eigentlich die Sonne scheint.



Daher ist hier oben auch immer eine Jacke und im Herbst auch schon Mütze und Handschuh angesagt. Die Sonne täuscht über die frischen Temperaturen hinweg, die heute ( am 3. Oktober) bei +1° im Schatten liegt. In der Sonne hingegen hat man das Gefühl es sind 20°, aber wehe sie verschwindet hinter einem Wölkchen.

Ich kann einen Besuch auf dem Eggishorn nur empfehlen, die Aussicht ist wirklich wundervoll. Von hier aus gibt es ein gut ausgebautes Wanderwegenetz um die Aletschregion zu erkunden.

Wer allerdings dem Aletschgletscher näher kommen will, der sollte doch besser das Riederhorn oder das Bettmerhorn besuchen, von dort gibt es Wanderwege zum Aletsch hinab.
Médaille Very Important Qyper pour Kiwi2008

Kiwi2008 meme & Nixe, geht mir ebenso, jedesmal wenn ich dort oben bin….:-))))

Vielen Dank für eure freundlichen Kommentare!

Libellenflug Traumhaft!!!

Luftseilbahn Fiesch - Eggishorn - Fiesch

3984 Fiesch

03.11.2012

Heute ist der 3. Oktober. In Deutschland ist Feiertag und in der Schweiz wird auch gefeiert.

Auch? In der Schweiz? Was denn....?

Na, wir feiern den 10. Sonnentag in unserem bisherigen zwölftägigen Urlaub.

Das Wallis wird seinem Ruf als sonniger Kanton gerecht und wir wollen den Tag wiederum für einen Ausflug ins Hochgebirge nutzen, der uns aber diesmal nicht in die Walliser, sondern in die Berner Alpen führt.

Es klingt paradox, aber der flächenmäßig größte Teil der Berner Alpen liegt nicht im Kanton Bern, sondern im Kanton Wallis. Von Veysonnaz aus, fährt man rund 80km Richtung Osten. Die Autobahn ist schon nach ein paar Kilometern zuende, nun fährt man auf der einzigen Ost-Westverbindung des Rhonetals und das Verkehrsaufkommen  um Brig und Visp herum ist nicht ganz ohne. Hat man diese Orte aber hinter sich gelassen, wird das Tal bald schmaler, die Landschaft wird zusehends bergiger. Die Rhone, die hier "Rotten" heißt, ist nicht mehr als ein Bach, manchmal wild schäumend in seiner Jugendlichkeit, an einigen Stellen aber auch fast versiegend.

In Fiesch stellen wir unser Auto auf dem Parkplatz direkt an der Seilbahn Fiesch-Eggishorn ab. Das Tagesticket kostet 5,-SFr (= ca. 4,20,-€). Der Parkplatz ist fast leer, aber das heißt nichts, denn viele Fahrgäste reisen per Bahn an, die in der Nähe der Seilbahn eine Station hat.

Von Mitte September bis Mitte Oktober gibt es in der Aletschregion die Aktion Herbstsonne, sie gilt für die Region Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp. Da sich dies genau mit unsere bevorzugten Reisezeit im Wallis deckt, haben wir mit der Aktion Herbstsonne schon oft die Aletschregion erkundet, die Region Fiesch-Fiescheralp-Eggishorn sagt uns aber am meisten zu.
Warum, erkläre ich später. Nun aber erstmal zur Seilbahn.



Die Tickets der Aktion Herbstsonne kosten 40,-SFr (= ca.33,-€) und beinhaltet die Fahrten mit der Seilbahn, einen Tagesteller auf den "Alpen", Besuch der jeweiligen Ausstellungen auf den "Hörnern" und wer dann noch Zeit hat kann noch Minigolf spielen oder das Hallenbad in Fiesch besuchen. Kinder zahlen 32,-SFr, Kinder unter 6 sind frei und bekommen einen Tagesteller gratis.



Abfahrt ist alle 30 Minuten und die Strecke zum Eggishorn ist zweigeteilt. Auf dem 1. Abschnitt Fiesch-Fiescheralp verkehrt eine Großgondel und die ist heute gut gefüllt. Stellt euch einfach eine proppevolle S-Bahn zur schlimmsten Stoßzeit vor, dann habt ihrs ungefähr. Aber was solls, bei dem schönen Wetter wollen alle hinauf, wir ja auch und die Fahrt dauert ja nur 15 Minuten.


Talstation Fiesch (1049m)



An den  Pylonen werden wir mitsamt Gondel ordentlich durchgeschaukelt, Seefestigkeit ist hier von Vorteil.




Zwischenstation Fiescheralp (2212m)

Auf der Fiescheralp teilen sich die Fahrtgäste auf, die einen bleiben auf der Alp, die anderen, so auch wir, wollen hoch hinaus.


Die Gondeln auf dem 2. Abschnitt von der Fiescher Alp auf das Eggishorn sind kleiner, aber es kommen auch wesentlich weniger Fahrgäste ganz mit hinauf, Entspannung in der Gondel.




Bergstation Eggishorn (2893m)

In weiteren 10 Minuten überwinden wir die restlichen Höhenmeter, von Fiesch (1049m) bis aufs Eggishorn (2893m) sind das insgesamt 1844m.

Nicht schlecht in 30 Minuten inkl. umsteigen.

PS: Sorry, die Fotos die ich aus der 2. Gondel geschossen habe, sind etwas Grün-Blau-stichig, vermutlich wegen der getönten Scheiben. Ich habe die Fotos nachträglich etwas korrigiert, aber so ganz glücklich bin ich nicht damit. Trotzdem dachte ich, sie wären besser als keine Fotos.

Médaille Very Important Qyper pour Kiwi2008

Kiwi2008 Nein, leider nicht Pitz, die schnarchen wohl schon vor sich hin….lach

Médaille Very Important Qyper pour meme

meme … von unten sieht’s ganz harmlos aus – dieser schöne rotgoldene Schimmer auf dem Berg, sehr stimmungsvoll.

Murmeltierbrunnen - Zermatt

Vor dem Matterhorn-Museum, 3920 Zermatt

01.11.2012

Ich habe euch ja schon einiges in meinem Beitrag Zermatt über das charmante Bergdorf erzählt. Keine Angst, ich will jetzt nicht alle erwähnten Plätze in Einzelbeiträgen abgrasen, aber ein Platz verdient ein wenig mehr Aufmerksamkeit:  Der Murmeltierbrunnen. Und zwar deshalb, weil er ein wenig im Schatten der Kirche und des Matterhorn-Museums verschwindet. Ich selbst habe ihn erst bei diesem Besuch entdeckt.



Dabei ist er gar nicht so unscheinbar. Zunächst dachte ich, er wäre neu, aber der Brunnen ist keine Erfindung der modernen Touristmusbranche, er stammt in der Tat schon aus dem Jahre 1902.



Die Marmottes (Murmeltiere) sind typische Nagetiere im Wallis und in der Region Zermatt kommen sie besonders häufig vor. Sie sind ein Relikt aus der letzten Eiszeit. Damals waren sie in ganz Europa verbreitet, mussten dann den steigenden Temperaturen weichen und sind in kältere Regionen umgezogen. Einige siedelten sich im alpinen Hochgebirge an, daraus gingen die hier ansässigen Alpenmurmeltiere hervor.

Die Region um Zermatt bietet einen großen Lebensraum für die Murmeltieren, denn sie leben in Höhenlage zwischen Baumgrenze und ewigen Eis, also rund auf 2000-3000m. Sie sind perfekt auf die kalten Temperaturen eingestellt, halten rund 6-7 Monate Winterschlaf, aber Wärme vertragen sie nicht. Sie besitzen nur wenige Schweißdrüsen und geraten schon ab +20° in "Hitzestress".



Besonders gut stehen die Chancen, sie auf dem sogenannten Murmeltierlehrpfad zu sehen. Dieser führt von Blauherd, über den Stellisee, nach Sunnegga paradise (Dauer ca. 1 h). Holzskulpturen und mehrsprachige Infotafeln informieren über das Leben und die Geschichte der Murmeltiere von Zermatt.
Sie sind an die menschlichen Besucher gewöhnt und lassen sich von ihnen nicht aus der Ruhe bringen.



Wir selbst hatten noch kein Glück, mit der Murmeltierbeobachtung. Ich schätze, Anfang Oktober sind sie schon längst im Winterschlaf, aber ich hege große Sympathien für diese possierlichen Nager, schon alleine deshalb finde ich den Murmeltierbrunnen eine Erwähnung wert.
Médaille Very Important Qyper pour Kiwi2008

Kiwi2008 Nicht wahr, Lämmchen? Dankeschön…:-))

Médaille Very Important Qyper pour Warschauer

Warschauer Toll, quieken die auch? ;) Mein Bruder ist Murmeltierfan.

Bäckerei Biner - Zermatt

Bahnhofstraße 7a, 3920 Zermatt

01.11.2012

Nach unserem Ausflug zum Gornergat haben wir noch einen Bummel in Zermatt eingelegt, aber vorher musste erst noch der Kaffeedurst und Tortenhunger bekämpft werden.

Ihr werdet euch vielleicht schon gefragt haben, warum ich denn alle bisher bewerteten Cafes und Restaurants unserer Schweizreise mit 4 bis 5 Sterne bewertet habe?

Hat die Kiwi immer son Glück?
Ne, aber Kiwi ist Wiederholungstäterin und da Kiwi und Herr Kiwi diesmal mit Freunden unterwegs war, wollten wir mit den beiden nur Plätze aufsuchen, die wir von früheren Reisen kannten und für gut befunden hatten.

Mit der Strategie sind wir bisher gut gefahren, nun also die berühmte Ausnahme von der Regel.
Das Cafe Biner liegt in der gut besuchten Bahnhofstraße Zermatts, im Erdgeschoss befindet sich die Bäckerei, im 1. Stock das Cafe.
Biner ist ein alter Familienbetrieb, die erste Bäckerei wurde 1932 gegründet, inzwischen gibt es 4 Filialen in Zermatt.

Im 1. Stock des Cafe Biner ist es altmodisch-gemütlich, mag ich eigentlich ganz gerne und die Qualität der Torten hat uns bei den vorherigen Besuchen komplett überzeugt, ebenso der freundliche Service.

Es ist kurz vor 15:00 Uhr als wir an diesem Tag das Cafe betreten und stutzen  kurz: So voll haben wir es hier noch nie erlebt. Wir ergattern den letzten Tisch und unsere Freunde wandern zum Buffet, um sich  ein Stück Torte auszusuchen.

"Was habt ihr euch denn ausgesucht?"

"Käsesahne-Torte und Schwarzwälder"

Mein Mann geht zum Tresen um für uns beide Torte auszusuchen:

"Was hast du uns denn Schönes ausgesucht?

"Käsesahne-Torte und Schwarzwälder"

"..........?"

"Es war nichts anderes da......."

"Wie nichts anderes da, es ist doch noch nicht mal 15:00 Uhr, da können doch die Torten noch nicht alle weg sein?"

Tja, man weiß es nicht. Wurde das Cafe "völlig überraschend" von Touristenhorden überannt?
 Ist ja selten in Zermatt, dass sich da mal Touristen hinverirren!

Die Torten wurden serviert, die Heißgetränke dazu auch. Alles zusammen würde ich sagen, ging so. Mittelmaß, 3 Sterne.
Die Torten waren früher eine Wucht, heute nur noch ging so? Was ist da passiert? Auch die eingeschränkte Auswahl kennen wir von früheren Besuchen nicht.

Bis hierhin waren wir eigentlich nur irritiert und ein wenig enttäuscht, aber jetzt wird es absurd.
Gleichzeitig erklärt sich, warum es so voll im Cafe ist.

Wir möchten zahlen, mein Mann macht die Bedienung darauf aufmerksam, als Reaktion kommt ........nichts. Keine Antwort, nicht mal Blickkontakt.
Hat die Bedienung uns nicht gehört? Kann ja vorkommen, also macht unser Freund sich jetzt nochmal deutlich und lauter bemerkbar: "Wir möchten zahlen, bitte".

Keine Reaktion. Etwas ratlos schauen wir uns an. Gut, es ist voll im Cafe, alle der rund 15 Tische sind  besetzt, die einzige! Bedienung hat gut zutun.....aber dafür können wir nun wirklich nichts. Man kann doch wenigstens kuz antworten oder Nicken, damit wir wissen, dass die Dame uns zur Kenntnis genommen hat. Ein kurzes: "Einen Augenblick bitte, ich komme gleich".

Ist das zuviel verlangt?

Inzwischen beobachten wir an den Tischen ringsrum dieselben erfolglosen Versuche zu zahlen. Erst jetzt realisiere ich, dass die meisten Tische bei Betreten des Cafes schon "abgefertigt" waren und nur aufs bezahlen warteten. Nach 20 Minuten beständigen Ignorierens  seitens der Bedienung, stehen wir auf und ziehen demonstrativ unsere Jacken an. Die Dame reagiert immer noch nicht.

Erst als mein Mann zu der Dame sagt:
"Das ist aber nett von Ihnen, dass Sie uns zu Kaffee und Kuchen eingeladen haben.....", kommt es zu einem kurzen Blickkontakt, der Genervtheit und Unverständnis offenbart. Nun endlich dürfen wir zahlen.

Die Dame kann nichts für die Unterbesetzung des Services, das ist allein Schuld des Cafebetreibers, aber ein gewisses Maß an Freundlichkeit kann man als Gast sicherlich trotzdem erwarten.
Mehr als 2 Sterne für den mittelmäßigen Genuß, Minus dem unterirdischen Service, kann ich leider nicht geben.
Médaille Very Important Qyper pour Kiwi2008

Kiwi2008 Entweder man ist freundlich, oder eben nicht,
das lernt man auch für Geld nicht….:-))

Médaille Very Important Qyper pour Pitz Fischer

Pitz Fischer @kiwi; dann verknackst Du Deine Knete eben woanders, z.B. beim freundlichen Backwarenanbieter!;-))