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Schokoladen - Mitte

Ackerstraße 169, 10115 Berlin

03.11.2008 (mis à jour le 19.06.2013)

In der Ackerstraße gegen 21.00 Uhr am 3.November 2008 einen Parkplatz zu erwischen ist schwierig. Jeder Quadratmeter ist vollgeparkt. An einer Baustelle klappt es dann. Ich will in den Schokoladen, in dem es vieles gibt. Schokolade gibt dort kaum. Es gibt preiswerte Getränke und Salzstängchen und Berliner Kultur kurz vor GO´BAMA.

An diesem Abend Delia M. und Helmut Ruge mit der “Veranstaltung” …..“Zwischen Zärtlichkeit und Zyankali” . Für fünf Euro bekomme ich einen Stempel auf die linke Hand. Dafür kann ich beide hören und erleben. Mit Ihren Texten, Gesängen und Präsentationen. Das beginnt dann spannend. Helmut Ruge, ein süddeutscher sprachgewaltiger Textbarde schmeißt mit philosophischen pfiffigen Verlautbarungen nur so um sich. Er ist geübt darin und kunstbepreist!

Vorher ist er verhüllt mit einem Tuch. Dann kommt er mit einem Brillenstärkenmeßgestell zum Vorschein. Die Präsentation ihrer selbst ist perfekt. Ich wunder mich nur, wann sie die Spielbälle der Dialoge geprobt haben. Helmut Ruges Veranstaltungskalender ist voll wie eine Zuckertüte.Wie machen die das?
http://www.helmut-ruge.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Ruge

Gut, Delia M. ist eigentlich auch ein Pofi. Sie managte viele Jahre die Freygang Band. Das ist an diesem Abend praktisch, denn ihr Mann, André, der Frontmann macht die Musik mit Torsten Schlarbaum dazu. Irgendwo in einer Ecke hängt auch die alte Rockerfahne, die Totenkopfflagge der Freygang Piraten. Der Sound ist nicht Rock, es sind die leisen Töne……..

Es passt eigentlich alles zu der Kneipe, dem Schokoladen, in dem es eine Bühne und schmale Ränge gibt zum Sitzen und Klatschen vor der Bühne. Der Fußboden ist alt, verkeimt, das Haus auch. Immobilienfritzen sind dabei das alles wohl platt zu machen, weil sie mit der Szenelage einen sanierisch gesehen einen Schnitt machen wollen. Unerklärlich für die Typen ist oft, wenn das saniert ist, ist die Szene weg und die Straße, das Haus, versinkt in Berliner Beliebigkeit in Szenenlosigkeit. In simple harmlose Berliner Wohnlage um die Torstraße, die fast täglich immer edler wird.

Ein Bier dort um die Ecke für Viereurofünfzig eingeschenkt zu bekommen ist dort heute schon keine Kunst mehr. “Kleinkunst” macht aber derzeit da noch Delia aus Berlin vom Prenzelberg und der durchgeknallte Helmut Ruge. Die Leute waren hip an diesen Abend und ich auch. Es war ein Berliner Abend, so wie ich ihn mag. Muss man mal erlebt haben!

Denn bald gibt es den Laden nicht mehr, dann kommt ein Sushiladen für dreifachen Mietzins nach der Sanierung da rein, nur das ist eben kneipenmässig A3 Lage. Da verkauft man kein Sushi…..daneben in der Torstraße geht das eventuell. Dort nie! Die Sushifritzen ziehen da ein und zahlen zwei Monate zur Beruhigung des Vermieters eventuell. Oder auch nie! Dann tanzt nach dem heutigen Slogen des Ladens nicht mehr die Kuh, sondern dann tanzen die Esel, die Immobilienesel!

Murphys Irisch Pub Berlin - Mitte

Schiffbauerdamm 1, 10117 Berlin

13.06.2013

Das E N T R E C O T E auf dem B A S A L T!

Es gibt was spannenderes, als in einem IRISH PUB zu schlemmen, vermutete ich bisher. Außer versalzenenen Erdnüssen oder pappigen Salzstangen hab ich in meinem langen Leben in IRISH PUBS kaum was unflüssiges konsumiert.

Rund um die Weidendamer Brücke am Bahnhof Friedrichstraße ist Touristengastronomie, wo manche Menschen oft nur einmal einschlagen, wie z.B. im indischen Restaurant "BOMBAY" rechts neben dem Friedrichstadtpalast, wo es tagsüber durchaus preislich erträglich ist - nur am Abend versetzen die da das Komma wohl um eine Stelle nach rechts.

Nach Durchleuchtung der "BOMBAY" Speisekarte bemüßigten wir uns, den Kohldampf noch eine halbe Stunde zu verlängern und wollten aus der Gegend verschwinden, wegen dem RiesenHunger, der an diesem Abend dort teuer geworden wäre. 

Und dann standen wir vor dem Murphys, wo nette Musik aus der Eingangstüre an unseren Ohren klingelten. Wir dachten, wir schlürfen da mal schnell als Vorsuppe ein Guinness und schlürfen dann fix weiter nach Charlottenburg, wo wir uns gastronomisch gesehen besser auskennen. Nur, es roch gut nach Gebruzzelten. Nicht aus der Küche, sondern von einem Tisch her, wo zwei Chinesen mit schwarzgriffigen Steakbesteck eine halbe gebratene Kuh zerlegten und dabei schmatzen wie die Schweine. Die momentan gebratene Kuh war ein Zweihundert Gramm Stück ENTRECOTE für 13,90 Euro nebst Folienkartoffel, Kräuterbutter, Salat, zwei Soßen und zwei netten Kellner/innen vom Service, die wieselflink  und freundlich den Pub rundherum professionell im Griff hatten. 



Kurze Rede langer Sinn, das Steak auf dem heißen Basaltstein und "Nachos Supreme" wurde bestellt. Das dann das Argentinische Steak "medium" wurde, dafür war ich nun selber zuständig. Das Fleisch war marmoriert - würzen kann ich auch selber und so war alles perfekt. Das halbe "Nachos Supreme" ging abschließend zurück - nicht wegen der Qualität, es war einfach zuviel!



"Schmatz nich so", sagt meine Frau....denn
...lecker war´s und mit 29,20 Euro waren wir pappesatt!

Mein Video dazu:




© 2013 Richard Hebstreit

O2 Live - Concept Store - Charlottenburg

Tauentzienstr. 8, 10789 Berlin

06.06.2013 (mis à jour le 12.06.2013)

HIER BEKOMMEN SIE BERATEN!

Normale TK-Shops in Berlin, wo man Telefondienstleitungen oder Telefone kaufen kann, sind auf Verkauf ausgelegt! Verkauf! Verkauf! Verkauf! Im O2 Live Concept Store (Telefónica Deutschland Holding AG) am Berliner Tauentzien meint man seit dem 07.06.2013 ein anderes Konzept zu fahren und nennt es nicht unbescheiden ein "Einzigartiges Shop-Konzept".

 

Real vorhanden sind verschiedene Erlebniswelten innerhalb eines  Beratungsbereichs von dreihundert Quadratmetern, welcher künftig mit Konzerten, Workshops, Diskussionsrunden und Themenevents gefüllt werden soll. Im Internet gibt es Anfänge eines aktuellen Veranstaltungsplanes, den man momentan auch mit Smartphone Einsteigerkursen füllt. Siebzehn motivierte und gründlich geschulte  Mitarbeiter (O2 Gurus) sind im Shop aktiv.



"Das Leben der Kunden wird immer digitaler. Entsprechend sind ihr Nutzerverhalten und ihre Bedürfnisse einem steten Wandel unterworfen", meint man im  O2 Live Concept Store. "Online-, Retail-, Hotline-, Social Media -Kunden wählen schon heute je nach Bedarf den passenden Kanal. So informieren sich die meisten O2 Kunden mittlerweile im Internet über ein Produkt oder Service. Für die Klärung weiterer Details oder für ein 
Hands-on suchen viele danach einen O2 Shop auf und schließen dann den Kauf ab oder lassen sich detailliert beraten". 



Die Hotline und der Support auf der Webseite sowie in sozialen Netzwerken sind in der Folge weitere wichtige Anlaufstellen für Fragen. „In diesem Multi Channel System hat der Einzelhandel weiterhin eine große Bedeutung. Allerdings verändert sich die Hauptaufgabe des Shops von morgen", sagt John McGuigan, Chief Service & Sales Officer bei Telefónica Deutschland. „Künftig liegt der Fokus viel mehr auf Beratung und Erlebnis als auf Abverkauf!" 



Die Bestellhotline für Neuverträge kostet 0,06 € pro Anruf aus dem dt. Festnetz, der Mobilfunkhöchstpreis beträgt 0,42 €/Min. Ein  Anruf über eine  O2 Prepaid-SIM-Karte schlägt mit 0,20 €/Anruf  zu Buche. Die Beratung vor Ort in der Tauentzienstraße 8 bei den  "O2 Gurus" kostet nix.  Auch sein halbdemoliertes Handy oder Smartphone kann man reparieren lassen!

(Meine Samsung S3 MikroUSB Steckdose hatte den Geist aufgegeben - Frage dort "Was kostet die Reparatur? Antwort: "52 Euro!" Frage: "Wie lange dauert die Reparatur?" Antwort "2 Stunden!" -  mit dem netten Hinweis "bei einem Samsung S4 hätte ich das Smartphone wegschmeißen können - der Stecker dort ist mit der Platine unreparierbar verlötet!) Resumé für mich: Fachleute!

(Telefónica Deutschland Holding AG, notiert an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard, gehört mit seiner hundertprozentigen, operativtätigen Tochtergesellschaft Telefónica Germany GmbH & Co. OHG zu Telefónica Europe und ist Teil des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica S.A. Das Unternehmen bietet mit der Produktmarke O2 Privat- wie Geschäftskunden in Deutschland Post- und Prepaid-Mobilfunkprodukte sowie innovative mobile Datendienste auf Basis der GPRS-, UMTS- und LTE-Technologie an. Darüber hinaus stellt es als integrierter Kommunikationsanbieter auch DSL-Festnetztelefonie und Highspeed-Internet zur Verfügung. Telefónica Europe hat mehr als 103 Millionen Mobil- und Festnetzkunden in Spanien, Großbritannien, Irland, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland.)


© 2013 Richard Hebstreit



PS: Wer vorab sehen will, was die O2 Gurus so drauf haben, kann mal bei youtube einige Tutorial Videos vorab ansehen, die cool, präzise, informativ, konzentriert und multimedial locker produziert sind:

Erklärung Vokabel App:



Was ist Samsung Kies und wie installiere ich es?



Gibt es auch was zu meckern? Für mich war es die Frage nach einem halb durchsichtigem Präsentations-Display, welches ich vorab bei einer Recherche  bei Youtube über dem O2 Shop in Ulm gefunden hatte: 

 

Ich habe manchen Mitarbeiter dann damit genervt, warum es das nicht auch in Berlin gibt. Einer hat mir dann das Geheimnis wohl verraten, warum es das durchgeknallte Display von 2011 nicht auch in Berlin funktionabel ist.....Die Kunden hätten halt alle fettige Finger....und man müsste alle halbe Stunde die Scheiben des  Displays putzen.....

Abschließend zeigte mir der O2 Live Concept Store Chef Norbert Boehnke sein Informations-Display draußen am Schaufenster und meinte "irgendwann funktioniert das auch mit herumfuchteln der Hände vor dem Fenster - das ist dann alles Video-Kamera-gesteuert!


Werbegemeinschaft FriedrichstadtPassagen - Mitte

Friedrichstraße 70, Quartier 205 GbR, 10117 Berlin

31.05.2013

AUSSTELLUNG: Sylvia Günther, Silke Gottschalk und Michael Fischer

"Am 30. Mai ist der Weltuntergang" kolportierte ein Schlager aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Kein Mensch kennt heute mehr den Komponisten dieser Schnulze, Karl Erpel und den Texter Bert Roda. Sylvia Günther und Silke Gottschalk, verwoben mit ihrem gemeinsamen Kunst-Label SG/SG  sind momentan auch noch nicht so sehr in Berlin bekannt. Das kann sich eventuell aus mehreren Gründen ändern.



Beide eröffneten im Souterrain der FriedrichstadtPassagen Quartier 205 am Weltuntergangstag am 30.05. 2013 ihre Ausstellung mit einer gut besuchten Vernissage. Die Ausstellung hat bis Ende Juni geöffnet. Sylvia Günther und Silke Gottschalk besetzen leere Räume. Hat irgendwo in Berlin ein Laden dicht gemacht, dann KOMMT Sylvia und Silke und beamen das zu einem Showroom ihrer Gegenwartskunst. 



Silke Gottschalk zersägt kleinteilig Berliner Fußbodendielen, bedruckt und bemalt das und verpackt diese seriellen Unikate zusamen mit visitenkartigen Zertifikaten in runde Kaffeebecher zu "art to go"!  



"art to Go" - Ein Berliner Andenken mit künstlerischer Substanz jenseits manch anderer Berliner Andenken-Kitsch-Produkte. Spannend sind auch die Preise. Ihre Kunst kostet soviel wie ein Schneegestöber in einer Plastikkugel.  Einmal sowas kostet 5 Euro, dreimal sowas derzeit Zwölf Euro!


Was großformatiges hat sie auch. Eine Installation mit Fäden, Goldfolie und einer großformatigen coolen Grafik:



("June", 250x200 cm, Anilin auf Nessel, Preis 3500 Euro). Mit June, ist June Newton gemeint, das war die Frau des  Fotografen Helmut Newton)

Sylvia Guenther hat es mit der Lyrik/Schwarz-Weiss-Fotografie/Video/Videolyrik und schafft so interessante bisher im Internet unbekannte Wortverbindungen wie "zeitdunkles Holz" in ihrem Gedicht "Das Jagdhaus" aus ihrem Lyrikbuch "Lavaherz" . Wenn sie ihre eigenen Gedichte rezitiert, hört man die Luft knistern.

Michael Fischer aus Leipzig, als Dritter im Bunde ist bekannter mit seiner Malerei und seiner Kunst am Bau. Er hat bisher einige hundert Quadratmeter Plattenbaufronten mit seiner lustigen Kunst voll gepflastert, dass es nun wirklich Spaß macht, Plattenbauten zu fotografieren! Seine Malerei ist manchmal farbliches Maschinengewehrfeuer. Laut, spektakulär, oberbunt, 




Derzeit bemüht sich in Berlin Nicolas Berggruen mit der Berlin Five GmbH & Co. das Excelsiorhaus am Askanischen Platz mit "Kunst am Bau" aufzuhübschen.



Michael Fischer wäre für diese obige Aktion die bessere Wahl gewesen.  

Sehr rührig sind alle hier erwähnten Protagonisten im Internet:
UG (Neben  Café an der bunten Metallskulptur)Turm von Llythie von John Chamberlain, 10117 Berlin 



Der Staatsminister, Johannes Beermann aus Sachsen hat eine kurze knackige Laudatio gehalten. Inwieweit Michael Fischers Banknoten zukünftig Sachsens neues Währung nach dem Euro werden könnte, wurde nicht erwähnt! Künstlerisch gesehen, ist das selbstgedruckte FischerGeld mehr als Euro zu betrachten. Derzeit halt ein wenig verfemt.


Was gibt es noch zu erwähnen?  Über die Werbegemeinschaft FriedrichstadtPassagen, ist ja hier bisher kein einzigstes Wort gefallen. Das hole ich hier nach.

Eine Werbegemeinschaft, die momentanen Verkaufsraum-Lehrstand mit Kunst  füllt, ist clever, aufgeweckt, innovativ, pfiffig und absolut erwähnenswert!


Ein kleines informelles Manko gibt es für mich bei dieser Ausstellung. Ich frage da gerne nach Sammlern der Künstler. Ich habe bei dieser Ausstellung, Freunde, Bekannte, Familie, Sponsoren, verschiededene Geschäftspartner ausgegraben. Einen realen Kunstsammler, der Silke Gottschalk , Sylvia Guenther  und Michael Fischer sammelt, fand ich noch nicht. Gut, einen der so aus sah habe ich entdeckt. 



Pointe: Der Herr, den ich absichtlich hier verwackelt habe, sammelte leider nur Brillen!




VIDEO:



© 2013 Richard Hebstreit

Dieser Beitrag gehört zum Guide "BERLINER SOUTERRAINS"

Kaffé Keese - Charlottenburg

Bismarckstraße 108, Berlin Charlottenburg, 10625 Berlin

13.05.2008 (mis à jour le 31.05.2013)

“Kaffé Keese, ein Bademeister und eine Frau”

Ganz scharf in Berlin ist noch die Berliner Institution Kaffé Keese (http://www.cafe-keese-berlin.de/) , wo ich auch mal nach einer Einladung von einer Dame landete, die ich per simples Zeitungsinserat kennen gelernt hatte. Die suchte jemand, um ein Regalbrett in ihren Küchenunterschrank zu befestigen. Das Inserat war so nett formuliert, das man erkennen konnte, sie suchte noch mehr zu reparieren, nämlich ihren Hormonhaushalt. Man glaubt nicht, was manche Witwen hier in Berlin so drauf haben, um mal ein bissel unkonventionell sich was zum Ausgehen und zum Poppen zu besorgen. Kaffee Keese wird oft als Gruftie Tanzkneipe deklariert (Alle über Achtzig!) So schlimm isses aber nicht.

Keese ist sehr komplex von den Altersgruppen her. Viele kennen sich auch – - – halt viel Stammpublikum. Man muss da so zwei drei mal hin und nur beobachten, was da so abgeht.
Man kann als Mann die Kaisers Kassentante von um die Ecke erwischen mit ihrer Freundin, deren Mann sich daheim vor dem Fernseher beim Fußball besäuft. Oder eine Charlottenburger Witwe, die rattenviele Mietshäuser hat und auch drei anwesende Stecher, die sie alle an diesem Abend abschleppen möchten, damit sie die TÜV Rechnung bezahlt.

Nirgends wird in Berlin soviel und nett gelogen wie im Keese. Wenn man da was machen will, sagt man gleich am besten die Wahrheit. Im Keese ist die soziale Rangordnung der agierenden deutlich determiniert. Es gibt die Gruppe der “Armen Schweine”, des “Mittelwohlhabenden Mittelstands”…..z.B. Beamtenwitwen…. und sogar janz wenige “Millionäre”. Ich sage immer, wenn man mal die feinsten Parfüms riechen mag,
geht man ins Keese. Die feinen Parfümsorten nutzen da alle Klassen! Das ist zutiefst subjektiv berichtet, aber so habe ich es eben empfunden und erlebt. Trotzdem ordentlich anziehen sollte man sich für´s Keese. Mit Turnlatschen und sind sie auch 300 Euro teuer kommt man da nicht rein!

Eigentlich muss ich noch dazu eine Geschichte schreiben von einer Frau, die einen Bademeister geheiratet hat. Daran ist eigentlich nichts besonderes. Eine Frau aus dem Süden Berlins geht vor 9 Jahren zu einer Klassenfeier. Dort verliebt sie sich in einen ehemaligen Klassenkameraden und nach einem halben Jahr des Lebens und Zusammenlebens wird ein Hochzeitstermin ein viertel Jahr später fest gesetzt. Da ist auch nichts besonders dabei. Dann geschieht ein kleines Wunder. Der Bademeister erbt von der Schwester seiner Mutter, also von seiner Tante etwas. Die Mutter des Bademeisters war nicht wohlhabend. Die Schwester der Mutter, also die Tante schon. Die hatte Immobilienbesitz geheiratet, respektive einen Mann, der Immobilienbesitz hatte.
Der Mann der Tante stirbt ohne weitere Erben als seine Frau. Die machte sich nun ein schönes Leben und verkehrte oft im Kaffe Keese. Sie futterte viel, tarnk viel und bekam kaum mit, dass sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hatte. Der hat sie dann leise aufgefressen ohne dass sie es groß gemerkt hatte. Auch ohne Testament war dann leicht feststellbar, der einzig lebende Neffe, ein Bademeister aus Kreuzberg, der alleinige Erbe war. Der staunt dann nicht schlecht, als eine große Anwalts- und Notariatsfirma eines Tages in Form von 4 Nadelstreifenanzugträgern von Armani vor der Türe stand und dem armen Bademeister erklärte, dass ihm mit Datum von soundsovielten eine komplette Straße in Berlin gehört mit 15 Hausnummern links und rechts der Straße. Na ja zwei top sanierte Blocks links und rechts der Straße bis in die Tiefe zum zweiten Gartenhaus. Gartenhaus klingt harmlos. Isses aber nicht. Das heißt, das es immer noch zwei mal soviel Wohnungen gibt wie im Vorderhaus. Kurz gesagt, es sind dreistellige Millionen, die immer noch übrig bleiben, wenn die ganze Erbschaftssteuer und die lumpigen Anwaltshonorare bezahlt sind.

Kurz und gut, der Bademeister kapiert das alles mit seinem plötzlichen Wohlstand sehr schnell und bestellt bei einer Berliner Fluggesellschaft einen Charter-Flieger mit 72 Plätzen zu einem Hochzeitsflug für die komplette Hochzeitsgesellschaft in die Malediven, dass iss irgendwo bei Indien und mietet sich ein komplettes Ressort auf einer Insel von den dort 1.192 Inseln. Ein durchschnittlicher Malediver lebt von von weniger als 1,17 US-Dollar am Tag und so kann er es sich locker leisten, der kompletten Hochzeitsgesellschaft jeden, aber auch jeden einen persönlichen Diener zur täglichen Verfügung zu stellen.

Nur, der Braut ist die plötzliche wohlhabende Entwicklung ihres zukünftigen Ehemannes nicht ganz geheuer und bekommt wohlmeinende Tips von einer Freundin, einen Ehevertrag vor der Hochzeit schriftlich zu fixieren. Der Bademeister unterschreibt in seinem Wohlhabenheitsrausch alles, denn er hat nun soviel Geld, was er nie und nimmer in seinem Leben ausgeben kann (Sagen seine Anwälte).

Komplette drei Wochen feiert nun die ganze Gesellschaft maledivische Hochzeit. Es gibt Probleme. Nach 10 Tagen Saufen, Fressen am Palmenstrand rumgammeln, werden manche Gäste zickig, denn eigentlich hätten sie nicht soviel Urlaub. Manche bekommen Durchfall, andere latschen in Seeigel, andere sind so was von neidisch, dass sie das alles kaum noch ertragen mögen. Irgendwelche ehemalige “Freunde/Kollegen” des Bademeisters werden nachträglich noch eingeflogen. Die kotzen das Ressort voll, fahren besoffen im Geländewagen auf der Insel herum und landen wegen maledivischer Polizeibeleidigung im maledivischen Knast. Die Braut bekommt dann eine Entwicklung ihres Gatten mit, dass sie nach den drei Wochen Ehe mit dem Bademeister im Badeparadies Malediven den Entschluss fasst. Scheidung! Als die Chartermaschine wieder zurück fliegt, fehlen Hochzeitsgäste.

Einige sind vorher abgehauen mit bezahltem Rückflugschein vom Bademeister, zwei Freunde vom Bademeister blieben auf den Malediven um Tauchlehrer zu mimen. Eine Freundin der Braut verliebt sich in einen netten indischen Hausmeister eines Ressorts und beschließt Berlin nur noch per Postkarte und e-Mail zu behandeln.

Es dauert ein komplettes Jahr, bis die Braut wieder komplett geschieden ist. Die Anwälte des Bademeisters wollen leben, die Anwälte der Braut arbeiten auch nicht gratis. Das Ergebnis der Scheidung war zweistellig. Also eine zweistellige Abfindung aus dem dreistelligen Millionenvermögen für die Braut. Einen nicht geringen Teil davon kassierten die Anwälte, einen weitaus geringeren Teil die Berliner Steuerbehörde. Trotzdem, die ehemalige Braut ist nun eine gemachte Frau. Arbeitslosengeld wie vor der Hochzeit und SGB II heute braucht sie nicht mehr zu beziehen. Wenn sie gut drauf ist, zieht sie sich was unauffälliges aber seidenes an, geht am Mittwoch ins Kaffe Keese und bestellt sich an der Bar am Mittwoch-Cocktailabend Exotische Drinks aus aller Welt! – gemixt von Barkeeper…..den ganzen Abend nur 4,50 € pro Cocktail !!!! (an der Bar). Sollten sie sie kennen lernen, erörtern sie am besten, dass sie nicht schwimmen und schon gar nicht tauchen können!

PS. Was macht der Bademeister? Der ist inzwischen ein wenig seltsam geworden. Trägt einen weißen Vollbart, fährt nur noch per BMW-Fahrrad in Berlin herum und kaum einer weis mehr, dass er richtig Kohle hat. Im Sommer ist er in Berlin, sinkt das Termometer unter 10 Grad ist er auf den Malediven und in Cuba, wo er inzwischen in eine Zigarrenfabrik investiert hat. Einen geringen Teil seiner kubanischen Mitarbeiter verhalf er Anfang Mai 2008 zur Ausreise nach Berlin. Ich wette, die melden sich wieder bei ihm im November, wenn es in Berlin scheißkalt geworden ist.

© rhebs 2008
www.rhebs.de

PS: Alles Literatur, alles teilweise gelogen…..aber sowas kann man in Berlin nur im Kaffee Keese erleben! Wetten?

Violetta61 es war mir eine besondere Freude diesen Beitrag zu lesen – Dankeschön!

Médaille Very Important Qyper pour Richard Hebstreit

Richard Hebstreit …na fein! Danke!

Familienrestaurant Reisel - Lichtenrade

Alt-Lichtenrade 83, 12309 Berlin

22.04.2013 (mis à jour le 29.05.2013)

Tote Hühner zum Rinderbraten!

Ich war eingeladen zu einem Hochzeitsessen in einem Restaurant, was es in Berlin seit 1866 gibt. Die Frage dort war ganz am Anfang, "Wer hat das Restaurant für ein Essen nach einer standesamtlichen Trauung im April 2013 ausgesucht?" Die Antwort war, "Die Brauteltern, die waren schon öfters dort - es wäre prima". Dann kam die Suppe nach einem Timing, wo Teile der eingeladenen Gäste vor lauter Kohldampf das Getränkeangebot ordentlich in Anspruch nahmen.



Ich hatte langsam zwei Bier intus und kam mir leicht "vorgebrannt" vor. Die Hochzeitsvorsuppe, die dann endlich kam, war keine  Hochzeitsvorsuppe, es war irgend was anderes. Einer meinte, die Suppe in den hochbordigen Suppentassen schmeckt nach "FERTIG-Pulversuppe" mit bissel Nudeln und ertrunkenem Grünzeug. Ein anderer meinte, das ist was mit Geschmacksverstärker. Ich muss bei Glutamineinsatz ja immer rülpsen, weil ich das Zeug nicht vertrage. Ein leichter Rülpser war dann schnell abgehakt!

Dann kamen die Teller des Hauptgerichtes. Professionell vorgewärmt und von umsichtigen, erfahrenen und schnellen Servicemitarbeitern verteilt. Kurz danach ging es los mit dem Servieren von teilweise gnadenlos zerkochten Gemüsebeilagen, zwei geschmacklich ordentlichen Soßen für "dunkel" Rinderbraten und "hell" für die  "Hühnerfleischteile". Blitzschnell war der zarte und geschmackvolle Rinderbraten von den ca. 35 Gästen aufgegessen. Dann wurde verstärkt versucht "gebratenes Huhn" nach zu reichen. Kaum jemand wollte totes gebratenes oder gesottenes Huhn nach Rinderbraten intus noch essen. Die Kuh war alle!

Ich räsonierte inzwischen zu meinen Stuhlnachbarn über die Stühle des Restaurants, mit  der Bemerkung, "Wenn man Gäste in einem Speiserestaurant schnell und sicher los werden will, um den Durchsatz für weitere Speisegäste zu erhöhen, setzt man Objekt-Stühle ein, die unter der Vorderzarge des Stuhles in Wadenhöhe eine Strebe haben. Wenn man dann mal fix und bequem die Beine nach hinten unter den Stuhl stellen will, geht das nicht - da kneift die Strebe in die Wade. Wenn man das zwei/dreimal mitmacht, haut man als Gast ab. So ein Stuhl ist im Gastronomiebereich absichtlich unbequem, erzählte mir mal vor einigen Jahren ein Stuhlvertriebsmensch aus Stadtlohn. "Dort, wo man Skat drischt, viel Bier trinkt und sich lange unterhalten will, da darf man so einen Stuhl nie und nimmer in der Gastronomie einsetzen" meinte er. Ich denke, normalerweise wäre ich nach der Vorsuppe schon abgehauen! 

Jemand meinte, "Die Weingläser  sind zum Teil obertrübe" und pflaumte die Bedienung deswegen auch voll, die sich mit dem trüben Glas schmollend und ungerecht behandelt in die Küche verzog. Jemand anderes meinte, "die Gläser sind wohl Billigkram, die bekommt man nicht mal mit massivem Polieren zum glänzen!"

Inzwischen war die Frage noch nicht geklärt, "Wer hatte die komische Idee, das Hochzeitsessen bei "REISEL" zu bestellen. Die Brauteltern meinten, sie kennen Reisel absolut nicht, die Bräutigamsmutter, aus Charlottenburg schon gar nicht. Dann kam raus, eine früherer Freund der Braut hätte die jetztige Braut ab und zu dort zum Essen ausgeführt ("Ohne Erfolg für ihn, wie das Ergebnis dieser Hochzeit ja nun letztendlich bestätigt!") - Insofern war die Braut der Urheber, Reisel Gastronomie für ihr Hochzeitsmenue zu ordern. 

DESSERT


Inzwischen, beziehungsweise zum Ende kam dann das Dessert, was von der Idee, Ausführung und Geschmack her eigentlich 6 Sterne wert gewesen wäre. Die Suppe war aber Minus 6 Sterne, das Hauptgericht  magere 2 Sterne. Bleiben hier übrig 2 Sterne!

Familienbetriebe, wie das Restaurant-Reisel, Alt-Lichtenrade 83, geführt von Monika Reisel, sind eigentlich in der Substanz erfolgreiche Unternehmen, die, wie hier seit über hundert Jahren ihre althergebrachten Erfahrungen mit massiven gastronomischen Erfolgen belegen konnten. (Ist an einer Wand in der Gaststätte dokumentiert)

Bei manchen gastronomischen Themen bruzzeln Familienunternehmen manchmal beratungsresistent im eigenen Saft. Sei es das Interieur und die Dekoration, was nett gemeint, aber ungeschickt unprofessionell umgesetzt ist. Manche Maßnahmen sind einfach lebensgefährlich, wie ein Raucherzelt am Eingang mit zwei Heizgeräten, wo man selige Raucher mit Kohlenmonoxidvergiftung in selige Jagdgründe befördern könnte, wenn ein Raucher auf die dusselige Idee gekommen wäre, das Zelt vorne dicht zu machen!. Reisel wäre dann ein Subjekt des Berliner Polizeiberichtes geworden!

Résumé: Füre eine kleine silberne oder goldene Hochzeit kann man Reisel eventuell buchen, wenn die Konditionen optimaler für den Gast und nicht nur für den Gastgeber definiert sind.

Für eine GRÜNE HOCHZEIT würde ich Reisel nicht empfehlen.....alleine schon wegen der komischen Suppe!



Andere Suppengeschichten, wo man nachlesen kann, das es in Berlin auch ganz, ganz  anders funktionieren kann:


Huhn nach Krieg
http://www.qype.com/place/991142-miss-saigon-Berlin#review_3225294

Kokosmilchsuppe und Bun bo xao sa!

http://www.qype.com/place/2267466-PHO-NGUYEN-68-Berlin?page=2#review_2715242


Ein Asia Markt....in Sachen Suppen:
http://www.qype.com/place/421348-Asia-Markt-Lee-GmbH-Berlin





© 2013 Richard Hebstreit

Asia-Markt-Lee GmbH - Mitte

Dircksenstr. 35, 10178 Berlin

28.05.2013 (mis à jour le 29.05.2013)

Phở!

Nach einer kürzlichen Vietnamreise bin ich auf den Geschmack nach vietnamesischer Phở Suppe gekommen.



Diese Suppe soll  zu den weltweit 50 besten Lebensmitteln gehören, recherchiere ich im Internet und wundere mich nicht sehr, denn ich habe die 
Phởritis, also ich bin süchtig nach vietnamesischer Suppe! 

Vor 14 Tage komme ich zufällig am Asia-Markt-Lee vorbei und sacke dort einige Dosen-Fertigsuppen aus Vietnam ein. Gestern, in der Nähe des Alex denke ich, es muss doch sicher auch vietnamesische Suppenwürfel oder Suppenpasten geben. Selber die Grundlage dieser Suppe komplett zu kochen, mag ich nicht. 



Man zeigt mir im übersichtlichen Laden Brühwürfel, -pasten, Reisnudeln, superscharfe Chilisoßen und die unvermeidliche Fischsoße, die ich in einer 15 Cent Variante finde.



Auf den Verpackungen entdecke ich  die Webadresse eines Asia- Großhändlers aus Leipzig, dessen Webportal für Online-Bestellungen noch nicht so richtig klappt. Also, demnächst wieder auf in die Dircksenstraße, wenn die leckeren Sachen alle sind!   


Nachtrag:
28.05.2013

Es ging mittelschnell. Fast zwei Liter Berliner Leitungswasser, ein  vietnamesischer Suppenwürfel, 2 Teelöffel vietnamesische Suppenpaste. Aufgepimpt wurde das mit einer Stange Zitronengras, zwei Frühlingszwiebeln, einer halben Zwiebel, ein halbes Möhrchen, bissel Ingwer, Zimt, Koreander, Chilisauce.



Seltsam schaute der Karstadt Fleischtheken-Verkäufer, als ich ein klitzekleines 115 Gramm Rindfleischstück aus der hintersten Ecke seiner Theke als für mich geeignet betrachtete und es einpacken lies. "Ich koche heute vietnamesisch hätte ich ihm sicher kaum erzählen können, wo man wie in Vietnam Rindfleisch hauchdünn schneidet und dann mit einem schweren Messer auf 0,5 mm klopft." In Vietnam habe ich gesehen, dass diese Methode Fleisch so zu behandeln, keine ausgebuffte internationale Viersternekochmethode ist, sondern seit wohl 100 Jahren eine beliebte Straßenrand Garmethode. Grund ist, in einer Minute ist das Fleisch gar und nimmt voll den Geschmack der Suppeningredenzien an.

Das Ergebnis dieser Kocherei war dann, die kulinarischen Erinnerungen an die Suppen in Vietnam ließen sich an diesem ABEND ein klein wenig nach Berlin extrapolieren. 




Andere Suppenstories von mir:

Huhn nach Krieg
http://www.qype.com/place/991142-miss-saigon-Berlin#review_3225294

Kokosmilchsuppe und Bun bo xao sa!

http://www.qype.com/place/2267466-PHO-NGUYEN-68-Berlin?page=2#review_2715242

Tote Hühner zum Rinderbraten
http://www.qype.com/place/472315-Familienrestaurant-Reisel-Berlin




Stadtklause - Kreuzberg

Bernburger Str. 35, 10963 Berlin

15.07.2012 (mis à jour le 22.05.2013)

Bruno war hier!

Es gibt da so Regentage in Berlin, wo der Abend manchmal den Tag rettet. So neulich in den "7 Stufen" beim "OPEN STAGE". Rechts neben mir sitzen zwei hübsche Frauen an der Bar. Eine ist  aus  der Schweiz kurz mal nach Berlin zu einem  "Event" gekommen - seitdem lebt sie seit einigen Jahren in Berlin. "Was machst Du hier in dieser armen Stadt? In der Schweiz wird doch das Geld verdient!" sag ich! Es ist kurz vor einundzwanzig Uhr. Sie meint "Berlin - das isses doch! Die Schweiz kann ihr mal kruziweis den Buckeli runter rurschen" 

Links neben mir sitzt ein mittelgroß blonder berlinisch parlierender Berliner Fahrradreparateur, der war noch nie in der Schweiz und hat an der kurzdunkelhaarigen lebhaften Schweizerin brennendes Interesse. Da sitze ich aber dazwischen. Ich sage den beiden, wenn sie mir einen anderen Souterrain verraten können, wo ich  noch hin gehen kann, und da was zu Essen bekomme, hau ich ab.

"Geh mal in die "Stadtklause", is 15 Minuten zu Fuß von hier!". meint die Schweizerin, "bestell die Suppe, die ist immer da, auch kurz vor Feierabend - ich kenne die!  "OK" sage ich, "wenn ihr mich mal zur Hochzeit einladet, geh ich jetzt wirklich stiften!"

Stadtklause

Nach 15 Minuten bin ich da, vor dem Eingang der Stadtklause. Eigentlich wohn ich ja seit viele Jahren  am Askanischem Platz. Doch, ich war noch nie in der Stadtklause, von der ich bisher dachte, es wäre eine janz miese Kaschemme, wo ich wirklich nichts verloren hätte. Kulturlos, mit einem gnatzigem Wirt und schlechter Luft und stinkendem Klosett? 

Stadtklause

Wenn mich mal jemand gefragt hat, "was ist kulturell interessant am Askanischem Platz?", konnte ich bisher immer nur antworten, "Zwei verborgene Hobby-Schatzkistchen - von "Geocaches.com", eins vor, eins hinter dem Tempodrom"  und die Guardini Galerie, die momentan wohl Sommerpause hat oder in einem Winterschlaf gefallen ist.

Doch man kann sich manchmal täuschen in Berlin - Selber nachsehen ist oft besser!

Dann war ich drin in der Stadtklause und komme aus dem Staunen nicht mehr hinaus. "Heute stehen von den knapp 110 Gebäuden des Jahres 1840 noch acht" steht in einem Zeitungsausschnitt schräg hinter mir an der Wand, als ich leckere Kartoffelsuppe löffle. Die "Stadtklause", früher zur Gründerzeit "Askania-Klause" genannt, lag um 1845  gebaut eigentlich vor Berlin in "Brandenburg" vor der "Akzisemauer", die man auch heute noch als unbedeutendes Denkmal in der Stresemannstraße in Richtung  SPD-Zentrale  efeubewachsen findet.  Die Askania-Klause war eine sehr wilde Bahnhofskneipe, in der man auch mal Kiloweise härtere Drogen ausgehoben hatte. Heute ist die Stadtklause ein Kulturkneipe mit kiloweise Kultur und einigen Überraschungen!

Stadtklause

Die "Stadtklause", das sind Biedermeier Proportionen. Die Leute waren kleiner damals und entsprechend waren die Stuben, Kneipen, Keller, enger als heute. Wenn das, wie hier  vom Kneiper raffiniert bestuhlt und "bebankt" wird, wird es zwangsläufig gemütlich! Im Keller ist eine Ausstellung und in der 1. Etage auch. Es gibt was für´s Auge, es gibt was kulturelles für den Kopp, es gibt was für den Magen. Deutsche Küche! 

Für die Seele gibt es auch was, nehme ich an meinem Tisch wahr. Eine Frau gebürtig aus Portugal und momentan noch in Hannover befindlich, die sich in Berlin eine Wohnung für ihre alten Tage kürzlich besorgt hat, lernt drei Europäer kennen, die ebenfalls in Berlin schon einige Zeit leben. Eine Italienerin zwei Spanierinnen und einen netten Berliner, der die Frauen in die "Stadtklause" begleitete. Schon sind Bekanntschaftsknoten in Berlin geknüpft, schon sind Informationen gesammelt, was momentan in Berlin ansehenswert ist, wie das Pergamon-Panorama, was noch bis Ende September geöffnet hat.

Bruno Schlenstein

Das Flair der "Stadtklause" muss wohl auch mal vor einiger Zeit Bruno Schleinstein angezogen haben, einen Berliner Straßenkünstler, der von medizinischen "Experten" des Dritten Reiches als geistig behindert deklariert wurde.

Bruno war ein Ausnahmekünstler, ... 



der als Straßenmusikant in WestBerlin allseits bekannt war und auch als Schauspieler ziemliche Berühmtheit erlangte. In Werner Herzogs Film "Jeder für sich und Gott gegen alle" und in dem Film "Stroszek".

Schluss-Szene aus Werner Herzogs Stroszek:




Bruno Schleinstein ist 2010 gestorben - Sein Hut aus dem "Stroszek", wird wie viele Fotos über ihn in der Stadtklause in Ehren gehalten!

Brunos Hut
Bruno Schleinsteins Hut



© 2012 Richard Hebstreit

Dieser Beitrag gehört zum Guide "BERLINER SOUTERRAINS"     

Amadeus Palace 5* - Tirana

Kthesa e Bukur e Kasharit /, Rruga Industriale, Tiranë

12.05.2013 (mis à jour le 17.05.2013)


EIN FÜNFSTERNE HOTEL AN DER AUTOBAHN!

Sieben Kilometer entfernt vom Zentrum Tiranas unter den Geodaten 41 ° 21 '59.05 "N   19 ° 42 '13.74 "E staunt man bei dem  Abzweig der Schnellstraße Tirana - Durres rechts zum Flughafen zu einem bombastischem Säulengebäude hoch. 



Es soll ein Fünfsterne-Hotel an der Schnellstraße mit Ausblick auf Weingärten, Ziegen, Schafe, streunende Hunde , Tankstellen, Autostar Albania, Megatek, und Marmor Granit Stein Italy.....werden!



Auf dem Dach  befinden  sich zwei Kuppeln, wie die berühmten Albanischen Landesverteidigungsbunker aus Hodxas Zeiten. 92 Räume, Pool, Casino, Spa, auf rund 3000 Quadratmeter Nutzfläche und 12500 Quadratmeter Grundneben der Autobahn sollen in Kürze rund um die Uhr hoteleriemäßig erfolgreich bewirtschaftet werden. 

Das Architekturkonzept will überdimensionierten Barock mit  Neoklassik zu mischen. "Die Mischung hat was", kommentiert so mancher im Internet. Ein Kommentar schreibt: "US National Library of Congress ?!" Ich finde die Skulpturen interessant, nur die Speere in den Händen der Krieger fehlen noch. Naja, die Brüste der Damen sind wohl  vom Nazi Bildhauer Arnold Breker aus Deutschland geklaut. (Arno Breker - Psyche, Die Aufschauende, Demut)



In Deutschland gab es so eine Architektur/Skulpturen um die Zeit der Reichsgründung ab 1871 zur Gründerzeit. Eine Gründerzeit ist derzeit in Albanien. Die Begründung der Investoren in einem Gewerbegebiet an der Rruga Industriale ein Luxushotel zu platzieren, soll schlüssig sein - das muss man nicht verstehen und hofft in 5 Jahren die Raben und Tauben in kaputte Fenster nie fliegen zu sehen und Horrorfilmteams aus Indien 3D Vorabendstreifen dort mit hunderten Komparsen abdrehen. 

Kann aber auch sein, Herr Glööckler kauft dann den ganzen Laden für ein Euro samt den Raben und produziert dort "AMADEUS GLÖÖCKLER HANDTASCHEN" mit einem albanischem Raben als Logo!
Kann aber auch sein, es wird ein Bomben Erfolg, alleine schon wegen dem Casino. Mein Eindruck nach wenigen Tagen in Albanien war, auf Wetten bezogen sind Albaner sehr emotional. Ob Gewinnen oder verlieren ist schnurzegal, Hauptsache man regt sich dabei wirklich sehr schön auf und Adrenalin und Endorphine werden massiv ausgeschüttet.
 
Beteiligt am  Projekt " Amadeus Palace 5 Sterne Hotel" sind Concept Studio Architecture, AMADEUS GROUP, MB GROUP, Paris Studio und hoffentlich einige Bauunternehmer der Region..



© 05/2013 Richard Hebstreit

Hotel Kristal - Durrës

Taulantia Boulevard, Quarter No. 1 1, Durrës

11.05.2013 (mis à jour le 12.05.2013)

Schaschlik satt.....Korso und die hübschesten Mädchen der Stadt...

Die Hochhäuser und die Hochhaushotels rundherum waren mir unsympatisch.  Also habe ich kurzentschlossen im  Familienhotel "Kristal" für zwei Tage "eingecheckt". 30.00 Euro Vorsaisonpreis. Sauber, alles paletti. Küche Ok, Service, Management auch. Frühstück wegen Vorsaison war noch nicht, oder ich habe es nicht gefunden.

Der Strand vor dem Hotel ist was ewig halbfertiges. Eine wochenlang abgelagerte dicke Tangschicht muffelt so vor sich hin und es riecht dadurch verstärkt nach Meer. Ich mag das. (Man sagt mir, bei Enver Hodja, dem alten Albanischen Diktator hatte es das nicht gegeben - Nur, der Enver ist tot und seine Bagger haben jetzt andere). Wer das nicht mit dem Tang mag, läuft 300 Meter nach rechts. Da gibt es kein Tang, klares Wasser und pfiffige Podeste, wo man sich unter die Albaner mischen kann. Es ist ein Stadtstrand von Durres.

Der hat was, den sowas haben andere Strandpromenaden europaweit nicht oder kaum. Den Korso! Also so ab 16.00 Uhr laufen die hübschesten Mädchen aus Durres in Gruppen auf dieser Meile hin und her. Turis sind selten. Es ist ein albanischer Korso.

Wer mal life eine albanische Hochzeit erleben will, der kann sich im Kristal die Nase an den Scheiben platt drücken, wenn die Hochzeit auf Hochform aufläuft. Wer sich da reintraut, kommt selten wieder raus. Man wird auf Grund der Albanischen Gastfreundschaft nur satt und abgefüllt wieder fort geschickt.


Kristal ist empfehlenswert für geizige Deutsche Rentner. Von Tirana fährt Bus oder Sammeltaxi nach Durres. In Durres geht eine Busline (3268 Rruga Currila). Bushaltestelle kurz vor Kristal (Preis 30 Lek, sind rund 20 Eurocent). Zahnarzt für neues Gebiss gibt es für billig am antiken Forum.

13.06.2013

07.06.2013

06.06.2013

  • Richard Hebstreit a créé le guide TOP BERLIN à 23:35

01.06.2013