Les avis de Richard Hebstreit sur Qype
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Tauentzienstr. 8, 10789 Berlin
Richard Hebstreit
le 6 juin 2013
(mis à jour le 12 juin 2013)
HIER BEKOMMEN SIE BERATEN!Normale TK-Shops in Berlin, wo man Telefondienstleitungen oder Telefone kaufen kann, sind auf Verkauf ausgelegt! Verkauf! Verkauf! Verkauf! Im O2 Live Concept Store (Telefónica Deutschland Holding AG) am Berliner Tauentzien meint man seit dem 07.06.2013 ein anderes Konzept zu fahren und nennt es nicht unbescheiden ein "Einzigartiges Shop-Konzept".
Real vorhanden sind verschiedene Erlebniswelten innerhalb eines Beratungsbereichs von dreihundert Quadratmetern, welcher künftig mit Konzerten, Workshops, Diskussionsrunden und Themenevents gefüllt werden soll. Im Internet gibt es Anfänge eines aktuellen Veranstaltungsplanes, den man momentan auch mit Smartphone Einsteigerkursen füllt. Siebzehn motivierte und gründlich geschulte Mitarbeiter (O2 Gurus) sind im Shop aktiv.
"Das Leben der Kunden wird immer digitaler. Entsprechend sind ihr Nutzerverhalten und ihre Bedürfnisse einem steten Wandel unterworfen", meint man im O2 Live Concept Store. "Online-, Retail-, Hotline-, Social Media -Kunden wählen schon heute je nach Bedarf den passenden Kanal. So informieren sich die meisten O2 Kunden mittlerweile im Internet über ein Produkt oder Service. Für die Klärung weiterer Details oder für einHands-on suchen viele danach einen O2 Shop auf und schließen dann den Kauf ab oder lassen sich detailliert beraten".Die Hotline und der Support auf der Webseite sowie in sozialen Netzwerken sind in der Folge weitere wichtige Anlaufstellen für Fragen. „In diesem Multi Channel System hat der Einzelhandel weiterhin eine große Bedeutung. Allerdings verändert sich die Hauptaufgabe des Shops von morgen", sagt John McGuigan, Chief Service & Sales Officer bei Telefónica Deutschland. „Künftig liegt der Fokus viel mehr auf Beratung und Erlebnis als auf Abverkauf!"Die Bestellhotline für Neuverträge kostet 0,06 € pro Anruf aus dem dt. Festnetz, der Mobilfunkhöchstpreis beträgt 0,42 €/Min. Ein Anruf über eine O2 Prepaid-SIM-Karte schlägt mit 0,20 €/Anruf zu Buche. Die Beratung vor Ort in der Tauentzienstraße 8 bei den "O2 Gurus" kostet nix. Auch sein halbdemoliertes Handy oder Smartphone kann man reparieren lassen!
(Meine Samsung S3 MikroUSB Steckdose hatte den Geist aufgegeben - Frage dort "Was kostet die Reparatur? Antwort: "52 Euro!" Frage: "Wie lange dauert die Reparatur?" Antwort "2 Stunden!" - mit dem netten Hinweis "bei einem Samsung S4 hätte ich das Smartphone wegschmeißen können - der Stecker dort ist mit der Platine unreparierbar verlötet!) Resumé für mich: Fachleute!(Telefónica Deutschland Holding AG, notiert an der Frankfurter Wertpapierbörse im Prime Standard, gehört mit seiner hundertprozentigen, operativtätigen Tochtergesellschaft Telefónica Germany GmbH & Co. OHG zu Telefónica Europe und ist Teil des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica S.A. Das Unternehmen bietet mit der Produktmarke O2 Privat- wie Geschäftskunden in Deutschland Post- und Prepaid-Mobilfunkprodukte sowie innovative mobile Datendienste auf Basis der GPRS-, UMTS- und LTE-Technologie an. Darüber hinaus stellt es als integrierter Kommunikationsanbieter auch DSL-Festnetztelefonie und Highspeed-Internet zur Verfügung. Telefónica Europe hat mehr als 103 Millionen Mobil- und Festnetzkunden in Spanien, Großbritannien, Irland, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Deutschland.)© 2013 Richard Hebstreit
PS: Wer vorab sehen will, was die O2 Gurus so drauf haben, kann mal bei youtube einige Tutorial Videos vorab ansehen, die cool, präzise, informativ, konzentriert und multimedial locker produziert sind:
Erklärung Vokabel App:Was ist Samsung Kies und wie installiere ich es?
Gibt es auch was zu meckern? Für mich war es die Frage nach einem halb durchsichtigem Präsentations-Display, welches ich vorab bei einer Recherche bei Youtube über dem O2 Shop in Ulm gefunden hatte:
Ich habe manchen Mitarbeiter dann damit genervt, warum es das nicht auch in Berlin gibt. Einer hat mir dann das Geheimnis wohl verraten, warum es das durchgeknallte Display von 2011 nicht auch in Berlin funktionabel ist.....Die Kunden hätten halt alle fettige Finger....und man müsste alle halbe Stunde die Scheiben des Displays putzen.....
Abschließend zeigte mir der O2 Live Concept Store Chef Norbert Boehnke sein Informations-Display draußen am Schaufenster und meinte "irgendwann funktioniert das auch mit herumfuchteln der Hände vor dem Fenster - das ist dann alles Video-Kamera-gesteuert!Posté sur: rheb.wordpress.com/
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Kurfürstendamm 193 - 194, im Haus Cumberland, 10707 Berlin
Richard Hebstreit
le 11 janvier 2013
Nicht mehr alle Tassen im Schrank!......Und wer spielt Hitler?"Nicht mehr alle Tassen im Schrank" kolportiert eigentlich, dass irgendwer nicht mehr richtig tickt. Vornehmer ausgedrückt, sagte auch mal jemand, "Da ist ein substanzielles Porzellandefizit vorhanden!" Roland Mary, der Patron des Grosz äußerte sich voriges Jahr zu seinem "berühmten" Restaurant Borchardt, da gäbe es immer noch die gleichen Gläser wie vor zwanzig Jahren zur Eröffnung. "Die Lampen sind dieselben, die ganze Einrichtung ist dieselbe, das Besteck ist dasselbe. Wir halten es immer „in shape“, damit es ordentlich aussieht." (Bild am Sonntag, 20.02.2012)Nun ist es passiert - die Sache mit dem Porzellandefizit. So 300 Tassen Meißner Porzellan hatte man in der Meißner Porzellanmanufaktur bestellt. Nur Fünfzig Tassen mit den Schwertern am Boden sind noch da. Ich frage die sehr nette Kellnerin Lisa S., die mich am am Tisch 91 bedient: "Hat man die feinen schwarzen Meißner Tassen geklaut?" Die Antwort war, "Nee, die gehen alle kaputt!"
"Was, Meißner Porzellan zerbrechen in diesen Mengen in diesem Haus?" erwiedere ich ungläubig. Lisa meint, die schwarzen Tassen sind zu dünnwandig und für rabiaten Gastronomiebetrieb nicht geeignet. In Kürze werden neue Tassen bestellt. Ob die wieder aus Meißen sind, weis sie nicht.Das dritte mal war ich nun im Cumberlandhaus. Es war immer sehr interessant! Einmal war ich bei einem Doppelmord als Zeuge dabei. Kalt war es da. Ein anderes mal spielte ich Finanzbeamter für einen Tag für einen Image Film des Investors. Da wurde das Haus für den Dreh auch nicht geheizt.
Diesmal war es schön warm und heimelig. Das Ambiente gefällt mir. Am Nebentisch unterhalten sich zwei wohl Filmproduzenten über ihr neues Projekt. Ich mache so, als lese ich konzentriert die Zeitung und mache mir mit spitzen Ohren Notizen im Handy.
(cc Jos43 at nl.wikipedia) Hitlerbüste von Arno Breker
Das sehr laute Gespräch ging um einen neuen Spielfilm über den Bildhauer Arno Breker. Ich höre, wer den "Führer" eventuell spielen soll. Einer meint "Olli Dietrich". Da muss ich laut lachen und schmeisse meine Zeitung auf den Tisch....und denke, "Da gehe ich gerne wieder hin....in die Nische am Tisch 91!"
© Richard Hebstreit 2013Posté sur: rheb.wordpress.com/
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Bleibtreustr. 54, 10623 Berlin
Die Jäger nicht verlorener Schätze!
Richard Hebstreit
le 29 septembre 2012
(mis à jour le 30 septembre 2012)

Sie sammeln Zeichnungen, Malerei, Skulpturen, Videos und Installationen von Jeff Koons, Fareed Armaly, Paul McCarthy, Jason Rhoades, Fareed Armaly, Jack Goldstein, Franz Erhard Walther, Josef Kramhöller, Emil Schuhmacher, Luise Fishman, Ben Nicholson, Rodney MacMillan, Wols, Klaus Merkel, Monika Baer, Elmar Zimmermann, Verena Pfisterer, Peter Zimmermann, Chris Chasatt/Gary Brokins, Kate Davis, Rosaline Rannoch.
Rodney McMillian Installation...."Der nicht salonfähige Sessel!"
Anfangs für den leeren Platz über der Couch wie bei Gaby und Wilhelm Schürmann. Galeristen, Sammler sind sie, die Schürmanns und Kienzles. Der eine, Wilhelm Schürmann, ein Erbe einer wohlhabenden Baden-Würtenberger Unternehmerfamilie, der schon als Kind am liebsten in ein Museum herum gestromert ist, jagt nach vielem, was nicht zum künstlerischem Mainstream gehört. 1500 Werke hat man bisher zusammengetragen.
Der andere, Jochen Kienzle, Professor für Fotografie an der FH in Aachen seit 1980, hat im Blut den abstrakten künstlerischen Stream der Avantgarde der fünfziger, sechziger, siebziger Jahre. Manchmal verkauft er was aus seiner fulminanten Fünfhunderter-Stücke-Sammlung mit beträchtlichem Gewinn und setzt dann sofort den Ertrag in neue Kunstwerke von neuen Künstlern um und gründet eine Foundation.
Es ist ein alter Spruch unter Sammlern, "das manche Sammler, dass, was mal was wird, im Urin des kundlichen Betrachters befindlich befinden". Gut, Anfang des 20igsten Jahrhunderts musste man Thieme Becker und Vollmer komplett im Gehirn haben. Heute, ist es die jahrzehntelange Auseinandersetzung mit einem künstlerischem Thema, welches Sammlererfolg kontinuierlich beschert. Es ist eine Schatzsuche!
Die aktuelle Ausstellung ist eine Kooperation mit der Kienzle Art Foundation in Zusammenarbeit mit der Sammlung Gaby und Wilhelm Schürmann.
Von den hier erwähnten Künstlern kenne ich niemand. Mit einer Ausnahme. In einem Raum der Galerie das Bild Nummer 13 von Paul Klee. Ich war Bauhausfan und ehemaliger Sammler von Kunst und Design rund um das Bauhaus Weimar und Dessau. Meine bescheidene Sammlung befindet sich heute im Bauhaus Dessau.
Es ist "Am Strand bei Beg Meil" von Paul Klee. Im DINA3 Begleitflyer zur aktuellen Ausstellung "Family Theater" wird das Werk mit dem letzten Satz erklärt. "Es ist ein zeichenhafter Reflex auf den Sommer in Big Meil (Badeort in der Bretagne). Der DINA3 Begleitflyer Family Theater" ist ein feines Stück Papier vonder Kuratorin Gerrit Gohlke , auch den nicht so involvierten Betrachter von Kunst in die abstrakte Kunst einzuführen.
Das nächste cc Wikipedia-Foto hier reflektiert schon mehr Farbe:
cc wikipedia: Hafenbild Nachts (Vue Nocturne d'un port) 1917 Gouache et huile sur papier enduit de craie et colle 21 x 15,5 cm S.B.G.: Klee
Eine unauffällige, unspektakuläre aber sehr interessante Fünfsterne - Ausstellung in Berlin Charlottenburg, in der Bleibtreustraße 54, die man sich mal ansehen sollte, wenn man um den Savignyplatz seine Kurven dreht! Kurratorin: Gerrit Gohlke
© 2012 rhebs.de
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Witzlebenplatz, (direkt am See), 14057 Berlin
BOOTSHAUS Stella am Lietzensee
Richard Hebstreit
le 15 septembre 2012
Ein Keks war gut!
Auch an der Aussicht über den Lietzensee ist nicht zu meckern.
Drei bestellte Rühreier besitzen die zarte Anmutung einer Bauhauspräsentation von vor 1928. Klar, zurückhaltend und formreduziert. Ohne Grünzeug und irgendwelche altmodischen trockene oder frische Gewürzkräuter. 3 Eier, Schinken, Salz, eine Cherrytomate - fertig. Im Korb liegt gekonnt diagonaldurchschnitten ein Körnerbrötchen und industrieverpackte Butter in glänzender Goldfolie auf einer Papierserviette. Man bekommt, was man bestellt hat.
"Spaghetti mit Pfifferlingen in Sahnesoße" schmeckte nach Spaghetti mit Pfifferlingen in Sahnesoße. Den Komparsen in Berlin wird oft sowas umsonst verabreicht - nur dort fehlen grundsätzlich die Pfifferlinge. Geschmack hat´s aber wie die Komparsennudeln und es sieht auch so aus!
Zwei doppelte Espresso Machiato dufteten und schmeckten nach feinstem "Normalkaffee" und reichten an ein Exponat der Berliner Wasserbetriebe, dem umweltfreundlichen Berliner Leitungswasser deutlich heran, aus dem dieser "Espresso" sehr "sparsam" gebrüht wurde.

Was gibt es noch?
Es werden komplette Schlafzimmer, Babysitter, Therapeutisches Reiten, Augenspaziergang, Minijob-Reinigungskraft, Nachhilfeunterricht, Qigong, Judo und Yoga an einer Tafel an der Rückwand des Bootshauses.....auf vielen Flyern und Zetteln präsentiert.
Und wie schon erwähnt, es gibt einen ausgezeichneten Keks!

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Kaiser-Friedrich-Str. 54, 10627 Berlin
Hecht mit Gurke
Richard Hebstreit
le 1 septembre 2012
Mit meiner "geborenen Hecht" bin ich "Zum Hecht" gelangt. Vorher hat es schräg vor dem Laden ´ne Currywurst mit einer wirklich feinen Currysoße gegeben. Wir dachten, im Hecht gibt es nichts zu beißen, weil es eine Raucherkneipe ist. "Zieh den Hals nich so lang, wenn de den nach de Nutten verrenkst", meint meine "geborene Hecht" beim Currywurst mampfen. Nur, ich muss das tun, ein Baum steht im Weg vor dem Eingang des Puffs.
Das war ein Irrtum mit dem nichts zu beißen. Es gab sogar gratis was zu beißen im Hinterzimmer: Delikateßgurken, Schmalzstulle, Buletten, Senf, Majo.
Ausgeschenkt wurde u.A. ein mildes Bier aus Brandenburg. Den Name des Bieres habe ich vergessen. Meine "geborene Hecht" meint, "Lass ja dein Wischfingerhandy" stecken, hier macht man sowas nicht". Nur am hinteren Teil des Bartresens saß ein Russe mit einem riesengroßem Laptop. W-LAN gibt es hier merke ich, als ich beim Gurken holen auf mein Handysystem schiele. Der Russe flog dann raus. Er war zu laut und betatschte eine Freundin, die nicht seine eigene war.
Inzwischen hat sich ein Mann mit Glatze, vielen Muskeln und einem JVA Tegel Tatoo am Oberarm, "3 Rundbogenfenster unter zwei spitzen Türmen" gesetzt. Die flinke nette Kollegin hinter dem Tresen mit einer Glitzerbasecap schenkt dem wohl ehemals Knacki ein Bier in einem kurzbauchigem Tulpenglas ein. Rundherum berlinert man lautstark.
"Ich bin wohl hier heute der Einzige mit thüringischem/sächsischem Zungenschlag" denke ich. "Richtig gedacht" erklärt mir ein Berliner aus dem Kiez, der den Platz des Muskelmannes eingenommen hat. "Früher, vor "Kalle Bomber" (Inhaber Karl Heinz Heistermann) ist es weit heftiger gewesen, jetze jeht et
berlinisch bürgerlich jesittet zu!"
Das ist dann auch real zu merken. Mehrere Männer aus Berlin mit voluminösen sagenhaft phantasievollen Bärten fallen in die Kneipe ein und verteilen sich an runden Bartischen. Es sind exakt die gleichen Männer, deren Fotos links neben der Tür hängen. Ein Wort fällt mehrfalls "Lohntütenball". Es ist der einunddreißigste August. "So um Freitag/Samstag kommen die manchmal vorbei" meint jemand, als ich neugierig frage.
Noch einer mit mächtig Muskeln kommt rein und geht auch gleich wieder. Die geborene Frau Hecht meint jetzt: "Der jeht jetze zu seine Mieze und macht mit der häusliche Jewalt, wennse die Penunnse von de Freier nich rausrückt"
In der entgegengesetzten Ecke gegenüber leuchten zwei riesige Spielautomaten und eine Musikbox. Obendrüber hängt ein Flachbildfernseher, auf dem Sportfernsehen läuft. Ab und zu regelt die Barfrau dieses Multimediaequipment. Fällt ein Tor, wird es laut vom Fernseher her, läuft die Musikbox, wird die lauter gestellt kurz über dem Lärmpegel der zirka acht Gesprächsrunden im vorderen Teil der Kneipe.
Ich laufe da mal rum und höre in die Gespräche rein. Es ist das pure Leben. Ein Mann ist daheim ausgezogen und hat die Schlafzimmerschranktüren mit genommen, weil er den Schrank demnächst noch holen will. Der Schrank wäre seiner. An einem anderen Tisch balzen zwei Männer um eine Frau mit tiefem Ausschnitt. Nach einer Weile sitzt nur noch der kleinere der beiden am Tisch. "Die großen sind im Vorteil!" meint dazu laut lachend "ehemals Frau Hecht". "Gottseidank - ich bin ziemlich groß!". Denn kaum bin ich mal zur Toilette, flirtet man rabiat mit meiner "geborenen Hecht".
Die mit den Bärten unterhalten sich über Krankheiten, Zahnarzt- und Rentenabrechnungen. Es sind mehrheitlich Senioren. Wir beide, "ehemals Frau Hecht" und ich sitzen am Tresen im Hecht in der Ecke und denken, is fast sowas hier wie Volkstheaterszenen am laufendem Band.
Diese alten Berliner Witze könnten hier spielen:
"Frau Kowalske holt ihren Mann in der Kneipe ab und kriegt einen Schnaps spendiert.`Sie schüttelt sich: Det schmeckt ja ekelhaft.´ Siehste, meint Herr Kowalske, und da denkste immer, det ick mir hier amüsiere."
"Ein nicht gerade gern gesehener Stammgast bestellt in einer Berliner Kneipe: "Also heute hätt ick jern ma wat, wat ick noch nie hatte.""Sagt die Wirtin: "Da würd ick dir Hirn empfehlen."
"Ick weeß nich, sinniert Justav an der Theke, diese moderne Partnerwahl per Computer is doch einfach menschenunwürdig. Ick hab` meine Frau janz normal hier beim Pokern jewonnen."
"Ick muss mir scheiden lassen, meine Frau treibt sich zu ville inne Kneipen rum. `Trinkt se?´ `Nee, se sucht mir.´"
Es war ein schöner Abend im Hecht. Ich denke, als wir nach Mitternacht die wenigen Meter zu einer Bushaltestelle in der Kantstraße liefen, dass in meiner ehemaligen Heimatstadt in Thüringen schon lange die Bürgersteige hochgeklappt sind und alle Kneiper im tiefsten Schlaf liegen. Frische Brötchen werde ich am Samstag-Morgen ganz früh hier in Berlin auch bekommen.
In meiner Heimatstadt galten mal ganz andere Regeln:
D'r Bäck un die Bäckersche
E Zwiegespreech (Motto: Me blinn leine)
„Hanns, hörschte nett, d’r Gickel kräht“!
„I freilich doch! Båß meis’s verschlät!
Dås ös erscht Vitter Haine sinner;
Wårt närt e Wiel, glich kräht au minner.“
„Dou håst au räächt, båß’s ons ångött!
Un bann die Sonn åm Himmel stött,
Mei wunn ons dådröm nött bekömmer,
Die Ziete wärrn vun sälwer schlömmer
D’r Tååk öß laank, die Wåår wörd hårt,
Bär Seemel wöll, der kånn gewårt.
Die Übersetzung des Gedichtes von Christian Ludwig Wucke steht hier:
http://www.spruch-archiv.com/autor/7716-Christian-Ludwig-Wucke/comment-45059/?id=45059
© 2012 Richard Hebstreit
(www.oparazzi.de)
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Kurfürstendamm 26, 10719 Berlin
Richard Hebstreit
le 4 juin 2012
APPLE STORE ERÖFFNUNG IN BERLIN GEHEIM, SEHR GEHEIM!Ist schon spannend sowas! Die Eröffnung des Apple Stores in Berlin am Kurfürstendamm 26 ist so geheim wie die Zwickelbreite auf den Zehntel Millimeter gemessen an der schmalsten Stelle des Zwickels des Tangas von Lady Gaga.
Es gibt vier Apple “Hähne” in Berlin, mit der Position: “Apple Premium Reseller”, “Apple Solution Experts – Education”, “Apple Authorised Service Providers”. Das sind: M&M TRADING! BERLIN, BISMARCKSTR. 5; COMSPOT BERLIN – IM SCHLOSS, SCHLOSSSTRASSE 34: MSTORE BERLIN SPANDAU, SPANDAU ARKADEN, KLOSTERSTRASSE 3; GAVIS Apple-Store. Ernst-Reuter-Platz 8-10.
Jetzt bekommen die alle einen Apple-Oberhahn in Berlin vor die Nase gesetzt, der ihnen wohl ein wenig den Umsatz schmälern wird. Einen “Apple Premium Store Berlin”, am Kurfürstendamm 26.Keiner, wirklich keiner weis derzeit, wann der Apple Store am Kurfürstendamm 26 auf macht.
Das ist so geheim, wie zu seiner Zeit die Aktion Barbarossa der Deutschen Heeresleitung. (Naja Max Klausen in Tokio hat es gwewusst und nach Moskau per Kurzwelle gesendet.) Ich hatte die Information der Eröffnung für den 04.06. 2012, 16.00 Uhr von einer Catering Firma. die u. A. 300 Canapés mit Thunfisch und einem Kaviarkrönchen liefern sollte. Ist sicher wieder mal komplett gelogen und der Tipp, mit 50 Flocken vergütet ist total in den Sand gesetzt. Auf der anderen Seite vom künftigem Apple-Store ist MarCoPolo und Hardrockcafé. Kann sein, Mitarbeitern hat man dort gesagt, wenn Apple Store am Kurfürstendamm 26 endlich aufmacht, sofort und fix SMS an Redaktion schicken!
Da fast jeder weis, das Bauvorhaben – Eröffnungen in Berlin zur Zeit alle sowas von mies in die Hose gehen (Flughafen Berlin-Brandenburg), denke ich, Apple macht erst am ersten September auf!
(Wikipedia cc by Andrew Hitchcock)
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Kurfürstendamm 211, Maison de France, 10719 Berlin
Richard Hebstreit
le 12 mai 2012
PRÉSUMÉS COUPABLES VON NATHALIE VAN DOXELLHenri Désiré Landru hat zur Zeit des ersten Weltkrieges zehn Frauen umgebracht. Sicher davon angeregt hat die zeitgenössische Künstlerin Nathalie van Doxell ein Werk geschaffen, wo mit metrischen Verbrecher-Porträts von Bertillon aus der Sammlung Mairet durch grafische Veränderungen "Kunst" definiert wird. Ein zehnjähriges Kind hat da mit gewirkt, um naive Vorstellungen von Schuld und Unschuld zu implementieren.BILDENDE KUNST - AUSSTELLUNG vom 11.05.2012 bis 31.07.2012PRÉSUMÉS COUPABLES VON NATHALIE VAN DOXELLBachelot Caron: Inside Job/Délit d´IntiésDie Ausstellung ist absulut sehenswert - aber sehr makaber - Kinder unter 10 Jahre besser zu Hause lassen!Posté sur: rheb.wordpress.com/
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Kantstraße 33, 10625 Berlin
ASIA Consommés vom FEINSTEN!
Richard Hebstreit
le 11 mai 2012
Consommés sind klare Suppen; Kraftbrühe, oft Rinderkraftbrühe. Paul Bocuse würde sagen, hier im LON - MEN’ S NOODLE HOUSE macht man Suppen mit einer Consommé double, also einer doppelten Kraftbrühe. Ich hab keine Ahnung wie Paul Bocuse vom Suppe kochen, ich hab Ahnung vom "Suppe essen"! Ich habe tausende Suppen gegessen wegen meinem vorgerücktem Alter.
Wie fast bei jedem Menschen kochte die eigene Mutter die beste Suppe der Welt. Meine sowieso, den die hielt nach der Zubereitung ellenlange Vorträge über ihre Suppen. Die Inhalte der Suppe zu beschreiben, kostete ihr die meiste Zeit. Alleine, wie oder wo sie die Rindermarkknochen besorgt hatte. Über Fleischer Bauerfeld, der ihr die Knochen zu überteuerten Preisen andrehte, verlangte sie, wenn sie gestorben wäre, ihr Grab neben Bauerfeld zu platzieren mit der Aufschrift "Der im Grabe nebenan machte mich zum Bettelmann!"Ich schaute damals komisch in den Teller und konnte durch die teeartige Farbe bis zum Grund des Tellers sehen, wenn wenig Nudeln in der Suppe beinhaltet waren. Dabei rätselte ich noch, wo der Geschmack her kommt. Sie verschwieg manches, was noch in der Suppe stundenlang da so herum köchelte. Rinderaugen, Hühnerfüße, Sehnen, Bauchlappenhäute.
Der Schwerpunkt der Erläuterung lag da mehr bei den Gemüse- und Salatsorten, die sie erst kurz vor dem Servieren in die in den Suppenteller schmiss und vorher sonstwoher besorgte. Brennesseln, Löwenzahn, Kresse, Weißkraut, Rotkraut, Spinat, Salat, Lauch, Frühlingszwiebeln, Rauke, Thymian, und, und, und. Nur Tabak war nicht in der Suppe. Manchmal aber Rotwein, Egri Bikaver, den schickte Oma Maria aus Szombathely.
(Mitte Maria, rechts Irma um 1938)Manches zu tiefsten DDR Zeiten in Thüringen der fünfziger Jahre war da auch mal vom Nachbar sein Gewürzpflanzenbeet frisch geborgt oder frisch geklaut. Was da in die Suppe so rein kam, hing von der Jahreszeit ab und dem was an Zulagen vorhanden war. Fakt war, wenn man die ersten Löffel Suppe in den Mund schaufelte, schnirpste es zwischen den Zähnen, wenn man das frische nicht tot gekochte Gemüse oder Salat mit dem würzigen Sud im Mund zu einem Brei vermischte, der dann durch die meist hungrige Gurgel hurtig raketenhaft in den Magen wanderte. Im LON - MEN’ S NOODLE HOUSE schnirpst es auch!"Schmatz nicht so wie ein Chinese" meinte dann meine Mutter. Irma hieß sie, die Suppe kochen in Ungarn, Österreich, Frankreich, England und Thüringen lernte, ehe sie mich kurz nach der Muttermilch auf "Klare Suppe" umstellte. Seitdem bin ich süchtig nach dem Zeug und brauche heute keine Zigaretten, keinen Joint, ich brauche Suppe. Klare Suppe. Die gebundenen Suppen und die Püreesuppen kommen erst an zweiter Stelle dieser Neigungen."Klare Suppen werden häufig mit Suppeneinlage dargereicht meint Wikipedia. "Kraftbrühen bilden die Grundlage für klare Suppen mit Einlagen und weiteren Zutaten wie Grießnockerlsuppe, Backerbsensuppe, Leberknödelsuppe, Frittatensuppe, Leberspätzlesuppe, Nudelsuppe, Reibgerstelsuppe, Schinkenschöberlsuppe, Thüringer Schnippelsuppe und Zwiebelsuppe."Mit diesen Erfahrungen und Kenntnissen gesalbt kann ich schon ein wenig eruieren, was LON - MEN’ S NOODLE HOUSE für eine deftige würzige Suppe kocht. Eine feine, sehr feine Taiwanchinesische Nudelsuppe mit kleingeschnippelter Kuh an der Kantstrasse gegenueber der “Chinesischen Mauer”, einem chinesischem Kunstgewerbeladen, der auch Suppenschüsseln führt. Sind keine da, besorgt man welche mit dem nächsten Flieger aus Peking.Meine Frau raunt, "Gucke mal diese komischen Alutöpfe, die die da haben - fast wie in irgendwo in Asien sieht das aus." Ich war noch nicht wie sie in Asien und kann das nicht beurteilen. Die Suppe schmeckt wie die Suppe von Irma. Sie brauchte die Erfahrungen aus fünf Ländern, um ihre Suppe zu kochen. "Im LON - MEN’ S NOODLE HOUSE steckt die Suppenerfahrung von wohl dreitausend Jahren! könnte ich jetzt literarisch schwer verbeutelt räsonieren.Denke aber, es ist das Rezept einer Taiwanesischen Oma, die in fünf Dörfern in die Töppe gelinst hat. Sei es wie es sei, die Suppe zu löffeln lohnt sich. Empfehlenswert ist für die Nudeln die Gabel zu nehmen, wie bei den Spaghettis. Mir sind die Nudeln allszu vom Löffel gerutscht. Oder sie machen es wie manche groß gewachsenen Festlandchinesen, die sich nach Berlin verirrt haben. Die gickeln die Nudeln mit den Stäbchen auf und schlürfen die Brühe lautstark aus der Schüssel. Natürlich ohne Löffel!Posté sur: rheb.wordpress.com/
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Pestalozzistr. 8, 10625 Berlin
Biergeschichten
Richard Hebstreit
le 10 mai 2012
Gespeist habe ich in der Pestalozzistraße 8 noch nie etwas. Aus Zwei Gründen. Das "Vaust" gibt es dort noch nicht sehr lange und vegetarisch mag ich nicht, weil ich kleingeschnittene tote Tiere mag - auf dem Teller. Roh oder gesotten.Aber Bier getrunken habe ich dort schon mal. Zwei Sorten, Pils und Dunkel. Das Bier ist nach meinem Empfinden bemerkenswert. Fünf Sterne, nur für das Bier! Es ist kein Industriebier. Es ist nur für das Vaust gebraut. Der Diplombraumeister Wolfgang Grabolle braut das Bier nach seiner eigenen Rezeptur in der Brauanlage der Brewbaker Brauerei in der Moabiter Zunfthalle. Es ist unfiltriert und nicht pasteurisiert, also nicht kurzzeitig hocherhitzt.
Der Preis für ein so feines Bier ist absolut OK! Pils 0,3 l 2,30 € 0,5 l 3,70 €; Dunkel 0,3 l 2,30 € 0,5 l 3,70 €. Ein Gast am Nachbartisch war nach dem ersten Schluck baff und hat Herrn Grabolle gegenüber das Bier so gelobhudelt, das die Spatzen in dem Lindenbaum vor der Gaststätte ihr Frühlingsgezwitscher kurzzeitig unterbrachen.Mir ist da in diesem Moment meine Geschichte aus einer ehemaligen trockenen Gegend Berlins, der Halbinsel Stralau eingefallen, in der es ganz dramatisch um Bier ging. Weil, es gab damals 2002 in Stralau kein Bier aus dem Zapfhahn!Chemie und Biologie macht's möglich....Ich hab dann doch die Tür eingetreten und bin rein. Klaus Kurz meinte, "Das Dach ist schon ab - der Bagger macht nächste Woche den Rest des Chemieinstitutes weg". Damit die Kinder der Nachbarschaft nicht zufälligerweise ihr neugierigen Fingerchen in die noch vorhandene Phosphorsäure tunken, hatte man die Tür verschlossen. Eigentlich war ich auch nur neugierig und wollte von den alten Laborräumen ein paar Aufnahmen schießen, falls irgendwann mal jemand Aufnahmen von einem vergammelten Labor braucht. Ach so, ich handele manchmal mit komischen seltsamen Lost Places Fotos...
Ich hab nun mein Blitzer gleich im ersten Laborraum eingeschaltet, hab zusätzliche Blitzlampen verteilt und habe lustlos den Auslöser gedrückt. Nach wenigen Minuten hatte ich den ersten Film mit sechsunddreißig Aufnahmen voll. Abgebaut das alles und im zweiten Raum wieder aufgebaut. Dann kam die Institutsbibliothek, wo die schöne Fachliteratur auf dem Boden verschimmelte, denn die Regale waren geklaut. Das ging so fünf mal, bis ich zu einer Türe komme, die noch verschlossen war.
An der Tür hing ein vergilbter Zettel "REXAM - Enzyme" - 1995/2". Ein Tritt vor die dürre Türe und sie wippte wie eine dürre Schranktüre auf. Rattendunkel war's - ein seltsamer stickiger Geruch nach Hefe und Alkoholdunst lag mir sofort auf der Zunge und dann im Magen. Zwei Fenster waren mit schwarzer Folie beklebt. Die habe ich im Strahl meiner klitzekleinen Taschenlampe abgerissen. KOMISCH - In blauen Thermosbehältern auf gekachelten braunen Labortischen blubberte leise und sacht eine braune undefinierbare Masse. Wenn es nicht so penetrant nach Hefe riechen würde, könnte man meinen, es wäre Scheiße, präziser Durchfallscheiße.
Ich war baff. Wieso blubbert es hier noch. Das chemische Lebensmittelinstitut ist seit vielen Jahren geschlossen. Ich beginne mich im Raum um zusehen und entdecke außer diesen blauen Behältern, einige blauen Schnellheftern, nur noch einen runden Stahldrahtkorb mit vertrockneten halbverschimmelten Brotresten.Ein blaues Schnellheft trägt die Aufschrift "SSB". Als ich im Schnellheft herum blättere, werde ich stutzig. Unter der Überschrift SSB...steht mit fetten Lettern STRALAUER-SCHNELL-BIER Darunter und auf den folgenden Seiten gibt es ellenlange Versuchsprotokolle über die Herstellungsversuche eines Schnellbieres, welches aus einem Hefeenzym und Bakterien Bier edelster Sorte erzeugte. Alles mit dem blitzblauem Stempel " STRENG GEHEIM!"Über zwölf Jahre wurden, so das Protokoll von einem Diplomchemiker Dr. Phillip Reib die Versuchsreihen akribisch aufgelistet. Sinn der ganzen Prozeduren war ein sogenanntes Instantbier aus einer Zufallserfindung zu entwickeln. Aus getrocknetem Brot und simplen Leitungswasser wurde hier Bier gebraut. Enzyme und irgendwelche Bakterien produzierten hier in Zeiten, wo es das Wort "Biotechnologie" noch nicht im Lexikon gab aus der braunen Pampe innerhalb weniger Minuten feinstes Pilsner.Das Hopfenaroma wurde locker nebst notwendigem Alkohol von einem Hefestamm aus dem Brot erzeugt. Für einen Liter Bier genügte ein Esslöffel braune Stammbierhefepampe. Der Alkohol, der ja in jedem ordentlichem Bier enthalten sein sollte, entwickelte sich aus den Brotresten in Sekundenrekordzeit. Um den Hefestamm bei Laune zu halten, genügten in der Woche ein halbes Roggenbrot und Leitungswasser.Ich war total von den Socken. Auf was bin ich hier gestoßen? Eine Goldgrube? Ein Geheimnis? Ein Kuriosum? Fragen über Fragen gingen in meinem Kopf herum und ohne viel nachzudenken schnappte ich mir das Schnellheft und einen blauen Behälter, um zu Hause erst einmal das Experiment auf Wahrhaftigkeit zu überprüfen. Ich wollte dieses geheimnisvolle Instantbier testen, ich wollte es versuchen.Meine Frau war nicht zu Hause und so schnappte ich mir die größte Glasvase im Haushalt und füllte vier Liter Leitungswasser in die alte Bleiglasvase. So stand es in der Bedienungsanweisung im blauen Heft. Aus dem Thermosbehälter entnahm ich vier Esslöfel Bierpampe. Kaum war die Bierpampe im Wasser, so fing die Flüssigkeit in der Glasvase an zu brodeln. Die Stralauer Rennhefe begann Ihre Arbeit und nach wenigen Minuten hörte die Brodelei auf. Die Flüssigkeit wurde bierfarben goldklar. Nur oben auf der Flüssigkeit schwamm ein leichter hässlicher brauner Schaum. Als ich mir ein Bierglas vorsichtig abfüllte, entstand sogar eine vorschriftsmäßige Schaumkrone. Von den Wänden des Bierglases perlten kleine Gasblasen wie beim Sekt und nach zehn Minuten sah die Schaumkrone immer noch aus wie vom Bierhahn frisch abgefüllt. Endlich fasste ich Mut und trank dieses komische Gesöff. Es schmeckte. Es schmeckte nach bestem herben Deutschem Bier. Ähnlich wie Jever oder Tuborg. Das Alkoholmessgerät, eine Glasspindel, welche ich auch aus dem Labor mitbrachte, pendelte sich bei 8% ein. Zufrieden stellte ich fest, ich hatte Starkbier. Starkbier aus Wasser, ein bissel vergammeltem Brot und ein wenig von dieser rätselhaften Bierpampe. Nach zwei kompletten Liter intus brach ich meinen Versuch ab. Egal wie das alles ausgeht, ich musste sofort die anderen blauen Thermosbehälter noch retten.Ich setzte mich bewaffnet mit einigen großen Plastiktüten und wahrscheinlich Einsfünf Promille in mein Auto und fuhr die fünfhundert Meter in Schlangenlinien bis zum Labor. Ich kam gerade an, wie ein alter grüner VW-Bully weg fuhr. Im Bully saß ein alter Mann mit einem gelben Base Cup. Auf dem Bully stand REIB - BIERLEITUNGSREINIGUNG.Als ich im Labor stand war es leer. Die anderen Behälter und weitere Unterlagen waren verschwunden. Auf dem rotbraunen Labortisch lag ein Zettel auf dem mit Kugelschreiber wahrscheinlich eilig gekritzelt, aber deutlich zu lesen stand: " Wer auch immer.....halte ja die Fresse!"Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Mein Bierwunder, meine Bierschwemme funktionierte präzise vier Wochen. Dann ging mein Hefestamm plötzlich unerwartet ein. Meine Bierproduktion funktionierte nicht mehr. Ich las nochmals und nochmals im blauen Heft nach, um die Misere zu ergründen. Dann entdeckte ich meinen gravierenden Fehler. In einem Satz gleich am Anfang stand unauffällig fast ganz blass mit Bleistift gekritzelt "Genosse Reib, bitte den Versuch dunkel halten....höchstens mattes Rotlicht!" MeineREXAM- Bierhefe stand jetzt fast vier Wochen im Küchenfenster. Ich hatte sie mit Sonnenlicht abgemurkst. In den nächsten Tagen klapperte ich das Telefonbuch alle gleichen Namen ab, um meinen Biererfinder zu kontaktieren. Ich kam zu spät.Reib war gestorben. Reib ist vor vier Tagen gestorben und ich komme gerade von der Beerdigung. Man sagt, er hat sich mit feinstem Bier tot gesoffen......dabei wäre der seit Jahren fast nie aus dem Haus gegangen....höchstens zum Bäcker, um sich altbackenes Brot zu holen.......Auf seinem Grab lag ein großer dicker Kranz - gestiftet von einer großen Deutschen Brauerei.© rhebs, 2002
Entstanden ist das alles aus einer kleinen Reportage für meine "Stralauer Spaziergänge", "Ergebnisse der Enzymforschung" - das war einmal. Zu DDR Zeiten und bis Mitte der Neunziger Jahre gab es einmal ein Lebensmittelinstitut auf der Halbinsel Stralau bei der Binnenschiffahrtsdirektion, hinter dem abgerissenen blauen Haus. Bei meinem Spaziergang am 3. Mai 2002 habe ich im ehemaligen Laborgebäude herumfotografiert. Dann stand der Bagger dort und nach wenigen Tagen war nichts mehr zu sehen. Nichts mehr zu sehen von tausenden Formularen, verschimmelten Fachbüchern und Karteikarten. Karteikarten, auf denen vermerkt war, wo und wann in der DDR wie viel Tonnen Hefe hergestellt wurde. Ein paar Fässerchen mit Säuren und irgendwelchen undefinierbaren Chemikalien standen noch herum. Manche Laborräume, welche nicht ausgeplündert waren, sahen aus, als wären sie gestern erst verlassen.
Die Frühstückskaffetasse mit zwei Stückchen Zucker wurde nicht mehr gefüllt. Der Laden machte aus bekannten Gründen dicht. Er wurde von der Treuhand abgewickelt, denn in Charlottenburg oder Spandau gab es genug auftragsmagere Lebensmittellabore!Richard Hebstreit Kuriosum am Rande. “Instant-Bier” gibt es inzwischen ansatzweise wirklich. Die pulverisierte “BrewZer” Bier Mischung wurde um 1995 in den Niederlanden erfunden und wird in England produziert und europaweit vertrieben. Z.B. über Amazoon.“Das Pulver wird nur mit Wasser verrührt…. Im mitgelieferten Plastiktank reift daraus bei Zimmertemperatur innerhalb von 2 Wochen ein “Getränk” heran, das 4,5% Alkohol enthält.”
http://www.myvideo.de/watch/1645443/Bier_aus_Pulver_
Es gibt seit 1995 das “schnellere” Weinpulver Rouge“ für 3,45 Euro als 60-Gramm-Packung. Mit 200ml Milliliter kaltem Wasser verrührt ist das Getränk nach fünf Minuten trinkfertig. Alkoholgehalt 9.27 Volumenprozent! Zwei Tüten davon hatte ich mal nach Marokko mit genommen. Der Geschmack…..ist nur weinähnlich!
10 mai 2012
Posté sur: rheb.wordpress.com/
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Stadtbahnbogen 593, 10623 Berlin
Bücherbogen Am Savignyplatz GmbH
Richard Hebstreit
le 19 avril 2012
(mis à jour le 20 avril 2012)
Fotografische Dokumente eines Ladensterbens in New York:
Eigentlich ist es ein trauriges Buch, was die beiden New Yorker Fotografen James T. und Karla L. Murray am Freitag, den 20.04.2012, um 17:30 Uhr im Bücherbogen am Savignyplatz signierten. Viele der alten Läden in ihrer bunten putzigen Vielfalt gibt es nicht mehr. Ein Ladensterben hat als Ergebnis der Wirtschaftskrise New York erfasst. Nur noch beliebig austauschbare Ladenketten bleiben übrig.
“James T., Karla L. Murray: Store Front – The disappearing Face of New York.”
Press, News, Events and Shows:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.232666596784962...Einige Hundert Fotos von James und Karla Murray bei Flickr:
http://www.flickr.com/photos/jimandkarlamurray/Posté sur: rheb.wordpress.com/

